„Auch das Kreuz (auf dem Kreuzberg) war im Plane Gottes, als ihr es errichtet habt“

„Auch das Kreuz (auf dem Kreuzberg) war im Plane Gottes, als ihr es errichtet habt“

11.09.2016

Im April 1933, zur 1900 jährigen Jubiläumsfeier im Gedenken an den Tod unseres Erlösers Jesus Christus wurde mit der Errichtung des Kreuzes auf dem Kreuzberg begonnen und im April 1934 fertig gestellt. Die Bewohner der Pfarre von Medjugorje wollten mit ihrem damaligen Pfarrer Bernardin Smoljar nach der Weisung des hl. Vaters Pius XI. zu dieser Feier ein Denkmal setzen. Auch der damalige Ortsbischof Alojzije Miši? hatte es befürwortet. Bei einer abendlichen Versammlung am 21.Januar 1934 haben die Pfarrverantwortlichen beschlossen, ein Kreuz auf dem Gipfel des Šipovac, von dem aus weiter Rundblick über die Umgebung in der Herzegowina möglich ist, zu errichten. Damals war noch kein Weg vorhanden. Rund 2000 Jahre zuvor hatten die Illyrer einen Weg auf den Gipfel, vielleicht hatte ein Hirte ein verlorenes Schaf dort gesucht, aber der Weg war schon längst zugewachsen.

 

2016-09-11-photo-00000160Die Errichtung des Kreuzes in wirtschaftlich sehr schweren Zeiten

 

Es war nicht einfach so eine schwierige Aufgabe zu übernehmen, nicht nur deswegen, weil kein Weg auf diesen dornigen, unwegsamen Gipfel vorhanden war, sondern auch noch wegen anderer verschiedener ernst zu nehmender Gründe. Wir erinnern uns daran, dass in diesen Jahren eine große wirtschaftliche Krise in der ganzen Welt war. Mit Sicherheit traf diese Krise jene Menschen am meisten, die ohnehin schon unter gewissen Herrschaften litten und dazu noch sehr arm waren. Der Tabakanbau, der das einzige Produkt von dem man in dieser Gegend ein wenig Geld fürs Leben verdienen konnte, war sehr schlecht bezahlt, Arbeitsmöglichkeiten in irgendwelchen Unternehmen waren nicht vorhanden und dazu kam noch, dass die Familien durchwegs in baufälligen Häusern sehr kinderreich waren, so dass es schier eine Kunst war, alle Mäuler zu stillen. Abgesehen davon, die jungen Männer krempelten ihre Ärmel hoch und schlugen einen Weg durch das Dickicht in Richtung Gipfel. Sie trugen auch Zementsäcke und Sandsäcke, Eisen, Bretter und alles, was für dieses große Unterfangen nötig war. Ihre Namen und auch die Namen aller Familienmitglieder, die finanziell beigetragen haben, sind in der Chronik vermerkt. Aber auch die Namen der Pfarrer aus näherer und weiterer Umgebung, die dabei geholfen haben, sind in der Chronik vermerkt.

Der autodidakte Meister Ante Dugan?i? Redžo hat die Schalung für das Kreuz gemacht, Jugendliche haben Beton gemischt. Eine junge Frau, Jela Vasilj, so wird eigen erwähnt, hat einen Zementsack auf ihrem Rücken getragen, niemand weiß das noch, die Arbeiter von damals, die es bezeugen könnten, wie viele Kannen Wasser sie zum Betonieren und zum Trinken für die Arbeiter herbeigeschleppt hat, sind verstorben. Den Bau konnte kein Regen, der im Februar oft von Himmel fällt, verzögern. In jenem Jahr, so bezeugt es der Pfarrer, schüttet es geradezu, kein Sturm oder auch die Armut konnte den Bau nicht verzögern. Am 12. Februar begann man mit dem Bau und am 10 März war alles fertig sodass am 16. März die Weihe des Kreuzes mit der Feier der ersten hl. Messe stattfinden konnte. Am Vorabend konnten die Bewohner von Medjugorje und einiger Dörfer, von wo aus man den Gipfel sehen kann, ein wunderbares Bild betrachten: Ein großes Licht leuchtete um das Kreuz, das hat alle Herzen beglückt. Am nächsten Tag noch konnte man rund

um das Kreuz die Aschenreste vom verbrannten Öl sehen, welches bis weit in die Nacht gebrannt hatte.

 

Weihe des Kreuzes und die erste hl. Messe auf dem Kreuzberg.

 

Eine Prozession von der Kirche bis zum Kreuzberg, denn so wurde von nun an der Berg genannt, wurde von der Bruderschaft vom Heiligsten Herzen Jesu als Zeichen, dass man das Fluchen vermeiden will, angeführt. Jung und Alt, Frauen und Männer nahmen an der hl. Messe teil. Mit dem Pfarrer feierten auch Priester aus der Umgebung, selbstverständlich auch alle Geistlichen Schwestern und Brüder aus Medjugorje.

Es wäre wünschenswert, wenn sich die Bruderschaft daran erinnerte: Zu beten, um das Fluchen zu verneiden, um die Reinheit der Worte und des Herzens, denn es ist schwer, die Botschaften der Gottesmutter mit einem beschmutzten Herzen, voll von rügenden Worten und Flüchen zu verwirklichen.

Der Mensch soll im Anblick des Kreuzes mit seiner Zunge Gott loben und nicht sündhaft gebrauchen. Gott sei Dank, in den Herzen der meisten Pfarrangehörigen brennt noch das Licht des Kreuzes, weder die Kommunistischen Machthaben noch die Kriegsjahre, die bald darauf folgten, konnten die Flamme des Kreuzes in den Herzen löschen.

 

Ort des Gebetes für Pfarrangehörige und für Pilger

Der Ort des Gebetes für Pfarrangehörige wurde nun zum Ort für Gläubige aus aller Welt. Seit 1981 werden zur Feier der Kreuzerhöhung die Menschen immer mehr, manchmal bis zu 50.000. Alles eilt auf den Kreuzberg, die hl. Messe zu feiern

Der Kreuzberg ist einer der drei Zielpunkte neben der Kirche und dem Erscheinungsberg für Einheimische und Pilger. Viele haben hier eine Bekehrung und Heilung der Seele erfahren. Erschütternd sind die Zeugnisse der Heilung von Abhängigkeiten, Versöhnung, Vergebung und vom Beginn eines neuen Lebensweges. Viele Pilger haben hier nach einer gründlichen Beichte und nach der hl. Messe einen unwiderstehlichen Drang verspürt, den Kreuzberg zu besuchen und nach dem Gebet den Entschluss gefasst, einen geistlichen Beruf zu ergreifen.

Seit 1982 werden auf dem Kreuzberg hl. Messen gefeiert und seit 35 Jahren wird die Kreuzwegandacht auf den Kreuzberg gebetet. Auch die Jugendlichen aus der ganzen Welt haben beim Jugendfestival feiern seit 27 Jahren am 6. August in den frühen Morgenstunden eine hl. Messe auf dem Kreuzberg. Zehntausende haben hier den ersten Schritt ins Leben gemacht, übernahmen Verantwortung für diese Welt und kommen vom Kreuzberg neugeboren, gestärkt und mutig herunter.

Die in das Betonkreuz eingravierten Worte prägen sich in die Herzen von Jung und Alt, von Gesunden und Kranken kur aller Besucher des Berges, auf den uns schon so viele Jahre die Königin Odes Friedens einlädt. Bewahren wir sie im Herzen.

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