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Zur Hauptseite Zurück zum Heftarchiv INHALT HEFT 52 Bischof Eder - Medjugorje gibt uns genau das, was uns fehlt ! Die Untersuchungen an den Sehern Ivan Dragiecevic - Die Erscheinungen erfüllen mich mit großer Freude Jakov Colo hatte am 25.12.98 eine Erscheinung Fr Jozo Zovko - Wir wollen ein Zeichen der Liebe setzen Dr. Kurt Knotzinger - Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid Buchvorstellung - Die Wahrheit wird dich befreien ! |
Medjugorje gibt uns genau das, was uns fehlt!Interview mit Erzbischof Dr. Georg Eder aus Salzburg am 6. Dezember 1998 in MedjugorjeWürden Sie sich bitte ein wenig vorstellen. Ich bin der Erzbischof von Salzburg und hatte eigentlich schon lange den Wunsch, einmal nach Medjugorje zu kommen. Ich bin seit 42 Jahren Priester. Am 26. Februar 1999 werde ich zehn Jahre Erzbischof sein. Erzählen Sie uns bitte etwas über die Familie, aus der Sie stammen und über Ihre Berufung zum Priester. Ich stamme aus einer kleinen Bauernfamilie mit sechs Kindern. Wir sind in ziemlich ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, damals in den 30-er Jahren und im Krieg. Ich hatte eigentlich eine plötzliche Berufung zum Priestertum: Es geschah nichts Übernatürliches, sondern es war ein Gedanke, der plötzlich gekommen war. Ich weiß noch den Ort und die Stunde, wo mir dies widerfahren ist: Es war bei der Holzarbeit an einem Freitag Abend und ich hatte einen Gedanken, der mich nie wieder losließ: Du sollst Priester werden! Zunächst traute ich mich nicht, den Eltern dies zu sagen. Wir waren doch eine Familie, die in bescheidenen Verhältnissen lebte und wir wußten noch nicht, ob mein älterer Bruder, der noch nicht aus dem Krieg zurückgekehrt war, unseren Hof übernehmen würde. Wäre mein Bruder nicht heimgekehrt, wäre wahrscheinlich ich Bauer geworden. Dann kam er ganz unerwartet nach Hause und ich sagte mir: "Der Weg ist frei!" Dann war die Sache eigentlich recht einfach: Zunächst kam ich zu einem Priester, einem Professor am Knabenseminar, der mich ein wenig unterrichtete. 1946 bin ich ins Knabenseminar eingetreten, nach der Matura, 1951, kam der Eintritt ins Priesterseminar, das Studium und 1956 meine Priesterweihe. Drei Jahre arbeitete ich in Zell am See als Kooperator, danach wurde ich Sekretär des damaligen Erzbischofs, Andreas Rohracher, und blieb fünf Jahre in Salzburg. Anschließend war ich drei Jahre lang Pfarrer der kleinen Gemeinde Lofer, dann wurde ich vom Erzbischof nach Tirol gesandt, schließlich war ich 19 Jahre lang Pfarrer in der Gemeinde Altenmarkt. Und dann wurde ich ganz unerwartet, und vielleicht auch unerwünscht, zum Erzbischof von Salzburg gewählt. Was hat sich geändert, als Sie Erzbischof geworden sind? Da hat sich viel geändert. Das war natürlich eine ganz andere Welt. Man denkt mit 59 Jahren nicht mehr an einen solchen Wechsel; besonders in den Zeiten, wie sie damals waren, dachte ich überhaupt nicht daran. Kardinal Ratzinger hat einmal gefragt: "Wer wird sich heute für das Bischofsamt bewerben? Wer wird das heute tun?" Ich habe drei Tage in Altötting gebetet. Ich habe wirklich gebetet und gerungen, weil ich die Schwierigkeiten wohl kannte, die es gab, die Situation der ganzen Diözese genau wußte. Man kannte meine Einstellung als konservativ und ich habe mir schon gedacht, es könnte vielleicht ein Risiko sein, wenn ich das Bischofsamt annehme. Ich wollte mich eigentlich anders entscheiden, und in dem entscheidenden Augenblick, wo ich ablehnen wollte, kam vom Apostolischen Nuntius die Bitte: "Sagen Sie jetzt JA zum Wunsch des Heiligen Vaters. Welche Schwierigkeiten gab es? Die Schwierigkeiten waren dieselben wie auch heute in den Diözesen Österreichs, Deutschlands und der Schweiz. Das ist auch einer der Gründe unseres Gesprächs, daß Sie uns etwas über die momentane Situation in der Kirche, über die Schwierigkeiten, aber auch über die Zeichen der Hoffnung erzählen. Die Schwierigkeiten sind, so meine ich, allgemein bekannt. Wenn wir 1995 den Anfang des Kirchenvolksbegehrens in Österreich erleben mußten, dann wissen wir eigentlich, daß in diesem Österreich, der sogenannten "Insel der Seligen" , religiös-kirchlich nicht alles so harmonisch gewesen ist, wie die Menschen dachten und wie auch Rom dachte. Daß diese Bewegung ausgerechnet von Österreich ausgegangen ist, war sicher nicht von ungefähr. Es gab zu dieser Zeit Bischofsernennungen, die dann jahrelang als "problematische" Bischofsernennungen kolportiert worden sind. Man hat damals gesagt, der Papst will Österreich wieder katholisch machen und mit einer Reihe von Bischofsernennungen wieder Ordnung schaffen. Das ist sicherlich so nicht richtig. Aber es war und ist die Sorge Roms, wie die Entwicklung der katholischen Kirche Österreichs weitergehen soll. Diese Sorge war wahrscheinlich nicht unberechtigt. Es ist nicht einfach für einen Bischof zu sehen, daß er nicht erwünscht ist. Was waren nun die Unterschiede zwischen Ihrer Einstellung - Sie sagen, Sie sind konservativ - und der Einstellung der anderen? Die Formulierung "konservativ" bzw. "progressiv" ist sowieso nicht glücklich. Denn ein Bischof muß beides sein, auf der einen Seite, bewahrend, schützend, ein Wächter für den Glauben, auf der anderen Seite natürlich vorwärtsdrängend in die Mission und um die Erneuerung der Seelsorge und der Kirche - das muß ihm alles am Herzen liegen. Somit ist "konservativ" und "progressiv" eine unglückliche Benennung. Aber es war die Zeit des Umbruchs der 70-er und 80-er Jahre, wo man bereits erkannte, daß nicht alles in eine glückliche Richtung tendiert, es war eine Zeit des Experimentierens in jeder Hinsicht. Es haben sich Gruppierungen gebildet, die dazu eine Art Gegengewicht schaffen wollten. Ich war auch einer von denen, die ein Gegengewicht schaffen wollten in der Kirche - wie bei einem Boot, das auf der einen Seite überladen ist auf der anderen Seite einen Ausgleich finden muß um nicht zu kentern. Diese Haltung war, um Bischof zu werden, nicht gerade günstig, aber ich hatte ja niemals im Sinn, Bischof zu werden. Es gab natürlich nach meiner Ernennung einige Schwierigkeiten, Ablehnungen. Die ersten Jahre waren sehr, sehr hart. Wenn man eine ganze Reihe einflußreicher Persönlichkeiten, auch Politiker und Priester gegen sich hat, dann ist es sehr schwierig, sich das Vertrauen zu erkämpfen. Dazu kam dann auch noch fast die gesamte Presse, sogar die kirchliche Presse, die mit größtmöglicher Kritik aufgewartet hat. Aber das habe ich überstanden. Wie konnten Sie all diese Angriffe überleben? Seltsamerweise kam Erleicheterung durch eine Einrichtung, die bei Bischöfen nicht gerade sehr beliebt ist, durch ein Diözesanforum. Das ist ein sehr ausladender Gesprächsvorgang von der Basis bis zur Kirchenleitung. Ich dachte mir, daß wir mit den Menschen wieder ins Gespräch kommen müssen. Wenn es innerhalb der Kirche und auch gegenüber dem Bischof Blockierungen gibt, dann kann nur etwas in Bewegung kommen, wenn wir miteinander reden. Darum haben wir dieses Diözesanforum eingeleitet, wir haben die Leute eingeladen, ihre Gedanken zu den verschiedensten Themen in der Kirche, vor allem aber zu pastoralen Problemen, vorzubringen. Alles wurde gesammelt, es ist sehr, sehr viel eingebracht worden und es haben viele Gruppen in den Pfarren mitgearbeitet und diese Papiere, die wir vorgelegt haben, bearbeitet und besprochen. Im Jahr 1996, in diesem Jahr war 1300 Jahre her, daß der hl. Rupertus Salzburg gegründet hat, haben wir dann einen abschließenden Delegiertentag in Salzburg veranstaltet. Ich habe bei den Vorbereitungen und bei den Formulierungen geschwitzt, um allen gerecht zu werden. Und das Erstaunliche war, daß sich nach diesem Forum die gesamte Situation zum Besseren gewandelt hat. Seither haben wir in unserer Diözese ein anderes Klima. Wir können wieder besser miteinander reden. Es sind natürlich nicht alle Probleme gelöst, das wird jeder begreifen, aber alle, die Priester und die Laien tun sich leichter. Darum schätze ich auch den Dialog für Österreich positiv ein, obwohl es genug Probleme gibt, die der Dialog aufgeworfen hat. |
Aber wir sagen uns, wenn es Schwierigkeiten gibt, dann bleibt nur die Möglichkeit mit allen Menschen zu sprechen, auch mit solchen, die anderer Meinung sind, womöglich auch Meinungen haben, die mit der Lehre der Kirche nicht konform gehen und ihnen trotzdem Vertrauen zu schenken. Das ist ungeheuer wichtig. Und darum haben die Bischöfe heute die Aufgabe, diese doppelte Treue, hinauf zur Kirchenleitung und zum Papst und hinunter zur Bevölkerung, für die man Hirte ist, auszuhalten, diese Spannung zu bewältigen. Die österreichische Kirche hat in letzter Zeit schwere Schicksalsschläge ertragen müssen. Das ist richtig. Ich möchte darüber aber nicht viel sagen. Die Ereignisse von 1995, die sich drei Jahre hingezogen und keine wirklich befriedigende Lösung gefunden haben, sind bekannt. Es war eine sehr harte Zeit für die Bischöfe, für die Priester, für die Religionslehrer. Die Kirche Österreichs wurde gerüttelt und geschüttelt wie ein Schiff, das im Sturm unterwegs ist. Wir haben auch heute noch unsere Probleme, wie bekannt ist, aber ich hoffe sehr, daß es durch einen Dialog in jede Richtung gelingen wird, eine Gesprächsbasis zu finden. Natürlich will ich betonen, daß es zu allererst einen Dialog mit Gott geben muß. Wenn dieser Dialog ausfällt, dann wirkt der Dialog auf horizontaler Ebene nicht mehr. Damals beim Diözesanforum habe ich sehr viel beten lassen. Alle Ordensgemeinschaften haben geschrieben, daß sie sich 2 ½ Jahre vorbereitet haben, das war ein ständiges Gebet! In diesen drei Tagen haben sie auch die Kraft des Gebetes gespürt, wie nie zuvor in ihrem Leben. Es war etwas Positives. Ich weiß, daß es in Österreich sehr viele Gebetsgruppen gibt, es gibt viele gute Bewegungen. Die Menschen, die beten und fasten, an diesen wird die Kirche für viele spürbar und erkennbar sein. Ja, es gibt viele, und sie tragen die Kirche und werden sie auch durch diese Zeit der Prüfungen tragen. Die Beter sind jetzt unsere wahren Helfer, nicht die Redner. Sie haben gesagt, daß Sie schon längere Zeit den Wunsch hatten, nach Medjugorje zu kommen. Ich hatte natürlich meine Bedenken und habe auch heute darüber mit der Seherin Vicka gesprochen. Die früheren Erscheinungen in Lourdes und Fatima waren nach einer gewissen Zeit abgeschlossen, und so konnte die Kirche auch leichter eine Beurteilung geben. Ich habe Vicka gefragt, warum, ihrer Meinung nach, diese Erscheinungen so lange andauern. Vicka hat gelächelt und gesagt, daß sie diese Frage auch schon einmal der Muttergottes gestellt hat, worauf diese geantwortet hat: "Habt ihr schon genug von mir?" Darauf gibt es dann keine Frage mehr. Erinnern Sie sich, wann Sie das erste Mal von Medjugorje gehört haben? Das war wahrscheinlich nicht viel später, als die Erscheinungen begonnen haben. Zunächst habe ich das einmal so an mich herankommen lassen. Man hat in den letzten Jahren viel von Erscheinungen gehört und auch als Bischof hört man fast jede Woche etwas über neue Erscheinungen, Visionen und Offenbarungen. Ich muß sagen, daß ich früher, in der kommunistischen Zeit, oft in Istrien Urlaub gemacht habe aber nie nach Medjugorje gefahren bin, obwohl es nicht weit war. Denn eigentlich hat es mich nicht bewegt. Dann habe ich mir immer öfter Fragen gestellt: Warum? Warum diese ganz einfachen Botschaften, die sich inhaltlich doch immer wiederholen? Es geht immer um das Gebet, das Fasten, um die Buße, um das Gebet für den Frieden. So sagte ich mir, daß das doch eine gewisse Bedeutung haben müsse. Was tut eine Mutter, wenn sie ihre Kinder erzieht? Das habe ich daheim erlebt, sie sagt immer wieder das gleiche. "Ich habe es euch schon so oft gesagt! Aber ich kann nicht aufhören, es zu sagen :......" Und so ähnlich macht es offensichtlich Maria in Medjugorje. Sie sagt den Kindern, die inzwischen erwachsen sind, immer wieder von Zeit zu Zeit das gleiche. Und was sollte ein Priester in einer Pfarre anderes tun? Er wird immer wieder zum Gebet einladen. Papst Johannes Paul II. hat einmal gesagt, daß die Priester die ersten Beter sein müssen und sie müssen auch die Meister, die Lehrer des Gebets sein. Auch das macht Maria, die gute Mutter, sie lehrt beten und zwar auf einfache, schlichte Weise. Und jetzt gilt für mich das Erkennungsmerkmal, jenes Wort, das Christus gesagt hat: "An den Früchten werdet ihr sie erkennen." Sie sind nun zwei Tage in Medjugorje. Was waren Ihre Eindrücke, welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Mein Eindruck war nicht in dieser Weise überwältigend, weil ich schon gewußt habe, daß immer wieder Gruppen auch aus Salzburg nach Medjugorje fahren, daß Gebetsgemeinschaften gegründet werden, daß in letzter Zeit viele junge Leute sagen: In Medjugorje habe ich meine Berufung erhalten! Und so sagte ich mir: Es sind drei Dinge, die wir allmählich verlieren, die aber in Medjugorje wichtig sind: Buße, Bekehrung und Berufungen. Auf diese drei Punkte warten wir in Österreich vergeblich. Die Umkehr wird überhaupt nicht mehr genannt, die braucht man nicht mehr; die Beichte stirbt bei uns eigentlich aus. Außer in Wallfahrtsorten und in Ordenskirchen wird kaum noch richtig gebeichtet. Berufungen haben wir auch ganz wenige. Das ist es, worüber ich nachgedacht habe: Was müssen wir tun, um echte Umkehr zu bewirken? Ist es wirklich so, daß wir die Umkehr nicht mehr brauchen? Die Berufungen sind so weit zurückgegangen, daß wir Sorge haben, ob wir unsere Priesterseminare überhaupt erhalten können. Die Beichte wird kaum mehr praktiziert. Und hier in Medjugorje geschieht dies alles: Beichten, Bekehrungen und Berufungen! Medjugorje gibt uns gerade das! Genau das, was uns fehlt!
,,Ich habe Vicka gefragt, warum, ihrer Meinung nach, diese Erscheinungen so lange andauern. Vicka hat gelächelt und gesagt, daß sie diese Frage auch schon einmal der Muttergottes gestellt hat, worauf diese geantwortet hat: Habt ihr schon genug von mir?"
Ich danke Ihnen, Ihre Erfahrungen sind für uns sehr wichtig! Ich bin schon auch in einem persönlichen Anliegen nach Medjugorje gekommen, in dieser schwierigen Situation, in der die Bischöfe Österreichs derzeit leben müssen. Man sieht, daß es nicht mehr in unseren Händen liegt, die Situation zu ändern, und da muß man jetzt übernatürliche Hilfe suchen. Wir versprechen Ihnen hier unser Gebet für die Kirche, für Sie persönlich und auch für Österreich. Wollen Sie zum Schluß noch einige Worte an uns richten? Ich habe den Wunsch, daß hier in Medjugorje auch der Friede einkehrt zwischen den Franziskanern und zwischen dem Ortsbischof und daß sich Medjugorje entwickeln kann, daß das, was die Muttergottes vorhat, realisiert wird. Ich bin jetzt wirklich davon überzeugt - eigentlich war ich es schon Jahre vorher, ich wollte mir nur anschauen, was ich eigentlich schon glaubte. Oft bin ich aufgefordert worden, herzukommen und habe geantwortet: "Ich bin Medjugorje geistig schon viel näher als manch anderer." Mein Eindruck ist bestätigt worden durch die Einfachheit der Seher, der Gottesdienste; Dies ist alles im Sinn der Kirche, sehr einfach, aber mit großer innerer Andacht, mit großem Glauben und vor allem mit dem Willen zu Umkehr und wirklicher Erneuerung. Herzlichen Dank für das Gespräch! (Das Gespräch führte Pater Slavko Barbaric) |