GEBETSAKTION - MARIA KÖNIGIN DES FRIEDENS - MEDJUGORJE
INTERVIEW
MIT MARIJA PAVLOVIC - LUNETTI
GLAUBE

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INHALT
HEFT 55


Woher wird uns diese Gnade zuteil..?

Gott soll das Zentrum Eures Lebens sein

Geborgen in Gottes Hand

Für mich ist Medjugorje der Brennbunkt für dir Verbreitung des Evangeliums

Gedanken zur Botschaft

Ich bin hier, um der Gospa für meine Genesung zu danken

Internationales Gebetstreffen der Jugend




Gott soll das Zentrum Eures Lebens sein


Marija Pavlovic Lunetti




Marija Pavlovic - Lunetti in Medjugorje am 25. Juni 1999






Marija, was bedeutet für Dich die Erscheinung der Gospa am Jahrestag?

Sie erfüllt mich, wie auch die anderen Seher und alle Menschen, die die Botschaft leben, mit großer Freude. Auf diese Erscheinung bereite ich mich stets durch die Novene vor. Das ist eine neuntägige Andacht, durch die sich mein Volk schon von alters her auf einen besonderen Feiertag vorbereitet, und so hat auch die Pfarre Medjugorje diese Tradition fortgesetzt und sich mit der Novene auf den Jahrestag vorbereitet. Ich habe mich mit meinen Familienangehörigen auf diesen Tag vorbereitet und ihnen über die ersten Begegnungen mit der Gospa erzählt. Ich denke gerne an diese ersten Erscheinungen zurück und kann mich sogar noch an viele Einzelheiten erinnern. Das hat sich auch gestern während der Erscheinung bestätigt, als die Gospa zu Ivan und mir sagte: "Erinnert ihr euch noch, wie gut ihr in diesen ersten Tagen geschlafen habt?„ Tatsache ist, daß wir überhaupt nicht geschlafen haben, und die Gospa sagte dies auch mehr im Scherz. Sie hat uns auch an das erinnert, was wir damals im Herzen empfunden haben. Am dritten Tag hatten wir zur Gospa gesagt: „Wenn du die Gospa bist, dann bleibe, doch wenn du der Satan bist, dann weiche!" Während unseres gestrigen Gespräches schien die Gospa sehr freudig gestimmt. Sie hat uns an die ersten Begegnungen mit ihr erinnert und in uns ist leise Wehmut aufgekommen.

Wie hast Du die Gospa gestern erlebt?

Das ist schwer zu beschreiben. Ich empfinde die Begegnungen mit der Gospa immer sehr persönlich, und es liegt sehr viel Tiefe darin. Die Gospa ist wunderschön. Wir erzählen immer wieder, daß die Gospa ein graues Gewand, einen weißen Schleier und eine Sternenkrone trägt und auf einer Wolke erscheint. Das ist das, was wir mit unseren Augen wahrnehmen. Aber auch unsere persönlichen Erfahrungen und die Gefühle, die wir tief im Herzen empfinden, spielen eine große Rolle, und die sind nur schwer zu beschreiben. Das zärtliche Lächeln der Gospa muß erlebt werden, man kann es nicht beschreiben. Jede Begegnung mit der Gospa birgt etwas Intimes in sich und sie bindet auch uns Seher enger aneinander. Wir sehen einander nicht oft, doch jeder von uns Sehern weiß, was der andere im Herzen empfindet. Zwischen der Gospa und uns gibt es eine Schwingung, das fühlen wir deutlich, doch wir können es nicht mit Worten beschreiben. Die Begegnung mit der Gospa ist ein Moment, in dem wir dem Himmel und der Gottesgebärerin gegenüberstehen. Obwohl die Gospa sanft, demütig und voll der Güte ist, fühlen wir uns in diesen Momenten ganz klein. Im Verhältnis zu dieser Größe sind wir ein Nichts. Die Gospa kommt jeden Tag zu uns und sie lädt uns zum Gebet ein, um Gott näherzukommen. Ihre langjährigen Erscheinungen sind besonders jetzt, am Ende eines alten und an der Schwelle eines neuen Jahrtausends, ein Geschenk, das wir niemals mehr vergessen können. Daß die Gospa in dieser Zeit bei uns ist und uns diese lange Zeit hindurch begleitet und lehrt, ist eine große, unschätzbare göttliche Gnade. Bei der gestrigen Begegnung habe ich der Gospa die hier Anwesenden und alle im Gebet mit uns vereinten Menschen anvertraut. Wir Seher fühlen uns dazu berufen, die Menschen Gott nahezubringen. Ich habe sehr oft gesehen, daß ein Mensch, der sich Gott nähert, reicher wird. Wer Gott hat, hat einfach alles. Und gerade die Gospa ist es, die uns Gott anbietet. Sie gestattete es bereits zu Anfang, uns in sie zu verlieben, und in diesem Moment führte sie uns zu Gott und sagte daß Gott das Zentrum unseres Lebens sein soll."

Welche Botschaft habt Ihr gestern empfangen?

Die Botschaft war rein persönlicher Art. Heute, am Jahrestag der Erscheinung, erwarten wir, wie an jedem 25. des Monats, eine neue Botschaft. Diese Botschaft wird uns, so wie auch alle bisherigen Botschaften, sicher wieder einen neuen Impuls liefern. Die Botschaften der Gospa sind so tiefsinnig, daß wir den Inhalt gar nicht richtig begreifen können. Andererseits sind sie auch wieder so einfach, daß sie uns wie eine schöne Blüte erscheinen. Wollten wir die Schönheit dieser Blüte beschreiben, so finden wir dafür keine Worte. Worte sind zu schwach, um die Pracht zu beschreiben. Ebenso ergeht es uns auch mit den Botschaften der Gospa.

Marija, Du begegnest der Gospa nun schon 18 Jahre lang. Was hat sie Dich gelehrt?

Das ist schwer zu sagen, denn jede Begegnung mit der Gospa bedeutet auch eine neue Erfahrung. Manch einer wundert sich, daß die Gospa so lange erscheint. Ich erachte die Erscheinungen als Geschenk der göttlichen Gnade, Seiner Liebe zu uns Menschen. Wir können das heute nur schwer begreifen, aber ich bin überzeugt, daß es jeder verstehen wird, wenn er nicht mehr auf Erden lebt. Dann erst werden wir richtig begreifen, daß diese Jahre eine Zeit der göttlichen Gnade waren. Menschen, die nach Medjugorje kommen, suchen diese Gnade, die uns der Herr in grenzenloser Fülle schenkt, und die Gospa ruft uns hier auf, diese Gnade anzunehmen.



Ich glaube, daß Gott Maria auf die Welt schickt, um durch sie Seinen Plan zu verwirklichen. Siehst Du das auch so?

Die Gospa hat in ihren Botschaften mehrmals erwähnt, daß sie jeden von uns in ein Mosaik einfügen will. In diesem göttlichen Mosaik spielt jeder Einzelne eine Rolle, weil jeder von uns für den himmlischen Vater wichtig ist. Hier herrscht kein großer Unterschied zwischen einem Priester, einem Politiker, einer Nonne, einer Krankenschwester oder einem Vertreter eines anderen Berufsstandes. Jeder hat auf Erden seine Aufgabe zu erfüllen und jeder ist nur ein Steinchen in diesem Mosaik. Dieses Mosaik wird aber nur dann vollkommen sein, wenn jeder seine Aufgabe nach bestem Wissen und Gewissen verrichtet. Niemand darf von sich behaupten, er sei ein Nachfolger Petri, ein Nachfolger des hl. Franziskus, des hl. Dominik oder wessen auch immer, sondern jeder muß begreifen, daß er von Gott berufen ist und muß so Zeugnis ablegen, wie es eines wahren Christen würdig ist.

Was ist das Besondere an den Botschaften, die Du am Jahrestag empfängst?

Ich habe niemals darüber nachgedacht, worin sich die Botschaften unterscheiden. Für mich besitzt jede Botschaft denselben Wert. Selbst wenn sie noch so kurz ist, mangelt ihr es dennoch nicht an Tiefe. Die Gospa spricht immer völlig konkret zu uns. Sie will uns nicht kritisieren, sondern verändern. Manchmal sind ihre Worte nur schwer zu begreifen, und doch hören wir am Ende der Botschaft stets: "Danke, daß ihr meinem Ruf gefolgt seid!" Die Gospa vertraut uns, sogar dann, wenn wir in uns selbst nicht sicher sind. Sie schenkt uns ihr Vertrauen, sagt, daß sie uns glaubt, und verleiht uns auf diese Weise eine gewisse Sicherheit. Sie hat eine kleine Pfarre in einem entlegenen Dorf auserwählt, obwohl es sicher tausend andere Pfarren gegeben hätte, wo die Priester besser organisiert gewesen wären. Wir haben vielleicht zu Beginn einen Weg eingeschlagen, der der Gospa mißfiel, doch sie hat uns den richtigen Weg gewiesen. Sie verlangt von den Menschen, einen neuen Weg zu beschreiten, und so führt sie uns immer weiter. Sie führt uns stets nur vorwärts, denn sie will uns letztenendes in das Paradies führen. Die himmlische Mutter ist weise und sie weiß genau, wie sie diese Welt erretten und auf den richtigen Weg – den Weg zu Gott – lenken wird. Die Gospa hat oft betont, daß die Menschen ihre Welt ohne Gott aufbauen und ihren Weg ohne Gott gehen. Ich bin zutiefst überzeugt, daß Maria, die Mutter, ihre Kinder bei der Hand nehmen und auf den richtigen Weg führen wird.

Du hast erwähnt, daß die Gospa am Ende jeder Botschaft dafür dankt, daß wir dem Ruf Gottes folgen.

Gerade gestern, als wir der Gospa während der Erscheinung dafür dankten, daß wir ihr nun bereits 18 Jahre lang begegnen dürfen, haben wir bemerkt, daß sie zu lächeln beginnt. Ich habe gefühlt, daß sich die Gospa nicht nur bei uns bedankt, sondern auch bei Gott, weil Er ihr gestattet, so lange auf dieser Welt zu erscheinen. Sie selbst hat mehrere Male gesagt, daß sie für dieses göttliche Geschenk dankbar ist. Ich weiß, daß sie sich aus ganzem Herzen für diese Verbindung von HIMMEL und ERDE bedanken will. Dieser Kontakt ist von unschätzbarer Bedeutung, denn wir sind dadurch mit dem Paradies, dem Himmel, mit Gott verbunden.

Welchen Weg müssen wir Deiner Meinung nach einschlagen, um zu Gott zu gelangen?

Die Gospa ruft uns immer wieder zum Fasten und Gebet, zur Liebe, Umkehr und zum Frieden auf. Ebenso ruft sie uns auf, wahre Christen zu sein. Heute, da es auf der Welt immer weniger Christen gibt, will sie uns verstärkt davor bewahren, auf Wegen herumzuirren, die nicht zu Christus führen. Früher wurde allerorts der Rosenkranz gebetet und er erwies sich als großer Segen für die ganze Familie. Heute erachtet man ihn als nicht mehr zeitgemäßes Gebet. Die Tage fließen so schnell dahin, daß die Menschen für Gott keine Zeit mehr finden, und so entfernen sie sich immer mehr von Ihm. Viele meinen, sie könnten sich beim Beten nicht konzentrieren oder die hl. Messe nicht mit dem Herzen erleben. Wenn sie nicht bemüht sind, ihr Herz zu öffnen, so gelingt es ihnen tatsächlich nicht. Darum regt uns die Gospa immer wieder dazu an, uns dem Gebet zuzuwenden, einem Gebet, das aus dem Herzen kommt. Zu Beginn der Erscheinungen beteten wir Tag und Nacht auf Knien. Heute ist der Mensch nur schwer dazu zu bewegen, niederzuknien und zu beten, weil er sich dadurch erniedrigt fühlt. Heute sind die meisten Menschen nur um ihr äußeres Aussehen bemüht und sie sind bereit, alles zu tun, um dieses Ideal zu erreichen. Auf den Titelseiten der Illustrierten lächeln uns Frauen entgegen, die die Muskeln spielen lassen, denn das ist ja heute aktuell. Man vergißt jedoch dabei, daß dem Menschen etwas innewohnt, daß von viel größerer Bedeutung ist. Und so kommt es, daß man dem Menschen den ersten Platz einräumt und daß für Gott in dieser Welt kein Raum mehr bleibt. Die Gospa aber ruft uns auf, Gott in unserem Leben den ersten Platz einzuräumen.

Marija, wir sind am Ende des zweiten Jahrtausends angelangt. Wie sollen wir Deiner Ansicht nach in das dritte Jahrtausend eintreten?

Betend! Die Gospa appelliert immer wieder an uns: "Betet, betet, betet ...!" Sie hat nie aufgehört, diese Worte zu wiederholen. Selbst wer von Gott weit entfernt ist, kann sich Ihm betend nähern. Wer mit sich in Unfrieden ist, kann durch das Gebet Frieden erlangen. In der Hl. Schrift steht: " ... klopft an, dann wird euch geöffnet." Wer sich heute nach einem erfüllten Herzen, nach Freude und Glück sehnt, muß beten, um dies zu erlangen und er wird Gott und dem Himmel näher kommen. Im Gebet sagen wir JA zu Gott, sagen JA zum Leben. Heute bedarf es mehr denn je des innigen und unablässigen Gebetes. Menschliche Werte zählen nicht mehr, ja, Menschen versuchen sogar, einen neuen Menschen zu erschaffen. Das wird nicht ohne Auswirkungen bleiben. Gott läßt den Menschen gewähren, doch wir dürfen eines nicht vergessen: Der Mensch kann vielleicht einen neuen Menschen schaffen, doch er kann ihm keine Seele einhauchen, er kann ihn nicht nach dem Ebenbild Gottes erschaffen. Darum müssen die Menschen begreifen, daß sie nur winzig sind gegenüber der Größe Gottes, des Schöpfers. Die Gospa lädt uns ein, zu beten und Gott den ersten Platz einzuräumen, denn Er lenkt den Lauf dieser Welt. Nur wenn Gott an erster Stelle steht, kann der Mensch wachsen und erkennen, was sich im Schatten Gottes alles verbirgt.

Danke für das Gespräch!

(Das Gespräch für die Gebetsaktion-Wien führte vd)