GEBETSAKTION - MARIA KÖNIGIN DES FRIEDENS - MEDJUGORJE
GESPRÄCH
mit P. Tomislav Pervan
GLAUBE

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INHALT
HEFT 58


Kurznachrichten

MEDJUGORJE ein mystisches Phänomen in der Kirche

Stellt Gott auf den ersten Platz in eurem Leben!

Friedensmarsch

Gott ist hier auf besondere Weise gegenwärtig

Die jährliche Erscheinung der Muttergottes von der Seherin Ivanka

DIE BEGEGNUNGEN mit der Muttergottes erfüllen mein Leben

Internationales Jugendtreffen in Medjugorje

Übergeben wir alles der Muttergottes !

Die Konkordanz zu den Botschaften nun auch als Buch erschienen




Gott ist hier auf besondere Weise gegenwärtig

Pater Tomislav, Sie begleiten die Ereignisse von Medjugorje und waren in diesen Tagen anläßlich der Feierlichkeiten des 19. Jahrestages der Erscheinungen dort. Können Sie uns etwas über die Anwesenheit der Gospa in all diesen Jahren sagen?

Ich frage mich, und auch Euch, ob es möglich ist, die Geschichte von 19 Jahren auf neun oder zwölf Zeilen darzustellen? Ist es möglich, die Geschichte des Glaubens von so vielen Menschen in einem einzigen Interview zu erfassen? Die Geschichte des Glaubens reicht bei vielen so weit wie Medjugorje, weil sie gerade hier den Wert und die Bedeutung des Glaubens und des Gebets erkannt haben. Jeder Mensch ist ein großes Buch. Millionen sind durch Medjugorje gegangen. Millionen sind wiederholt gekommen und kommen noch immer nach Medjugorje und sie schreiben dort, wo sie leben, die Geschichte des Glaubens, die bei ihnen gerade hier begonnen hat. Die Geschichte des Glaubens im Sinn der Umkehr zu Gott, zu Jesus Christus durch die Mutter Maria, die von hier aus die Botschaften des Friedens an die Welt richtet. Die grundlegende Botschaft von Medjugorje ist, daß Gott existiert, daß es Gott gibt, daß Gott die Welt retten möchte, und uns alle bei diesem Erlösungswerk zur Mitarbeit einlädt. Deswegen ist jeder Pilger, jeder, der nach Medjugorje gekommen ist, eine lebendige Biographie von Medjugorje als Phänomen, als Angebot, als Botschaft, am Ende eines der blutigsten Jahrhunderte in der Geschichte der Menschheit.

Gott hat in Seinen Erlösungsplan die Rolle der Mutter Maria mit einbezogen. Er hat sie nach Medjugorje geschickt. Im Plan Gottes steht Medjugorje also daher als Zeichen dieser neuen Zeit. Wie sehr gibt Medjugorje heute Antwort auf diese Aufgabe, die es von Gott anvertraut bekommen hat?

Medjugorje ist und bleibt ein Ruf und Anruf Gottes, ein Spruch und Anspruch, ein Einbruch und Aufbruch, ein Fall und Einfall in der heutigen Geschichte. Die geistlichen Prozesse sind jedoch nie geradlinig aufsteigend, sondern immer wie Flut und Ebbe. Wir sehen das auch bei den ersten Aposteln und bei Paulus, der den Herrn so oft gebeten hat, daß er ihn wieder gehen läßt, daß er ihn verläßt. Nach der grundlegenden Umkehr folgen ununterbrochene Bekehrungen, alltägliche Bekehrungen zum Herrn. Theologisch ist der Indikativ klar auch in Medjugorje erkennbar: Gott ist hier auf eine besondere Weise gegenwärtig und der Imperativ des Lebens, die Veränderung des Lebens, die Umkehr zu Gott ist ein Prozeß, der von Tag zu Tag geschieht. Medjugorje ist etwas wie ein relecture", ein erneuertes Lesen der Hl. Schrift in der heutigen Zeit. Wir werden darin alle jene Verhältnisse finden, denen wir in der Apostelgeschichte begegnen, in den Schriften des Hl. Paulus, besonders in den Briefen an die Hebräer, diese wunderschöne Schrift des Neuen Testaments, die eine große Ermutigung zur Ausdauer auf dem vorgegebenen Weg der Umkehr sind: daß die Knie und die Hände nicht erschlaffen, daß das Herz und der Geist nicht ermüden, daß wir unseren Blick auf Christus richten, den Urheber und Vollender unseres Glaubens, auf Christus, der das selbst ist, gestern, heute und in Ewigkeit. Das ist auch das Motto der Jubiläumsfeierlichkeiten, aus dem Brief an die Hebräer entnommen. Was lesen wir anderes im Buch der Offenbarung als den Ruf zu Treue, den Aufruf, zurückzukehren zur ersten Liebe. So auch in Medjugorje: Trotz eventueller Ermüdungserscheinungen blicken wir bewundernd auf alle, die geduldig auf dem Weg der Umkehr, auf dem Weg der Gospa sind. D

ie Gnade Gottes ist in Medjugorje sichtbar. Der Baum, den der Herr gepflanzt hat, gibt Früchte und diese Früchte sind mit der Erde verbunden. Das heißt, daß der Dreifaltige Gott durch die Mutter Maria wirkt. Wie sehen Sie diese unverdiente Gnade?

Genau so wie die Cousine Mariens, Elisabeth, gesagt hat, als sie von ihr Besuch bekommen hat. Voll Glück hat sie nichts anderes hervorgebracht als den Ausruf: Wer bin ich, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt?" (Lk 1,43) Mit dieser Frage mußte sich Maria, die Mutter Jesu, zuerst auseinandersetzen. Warum ist die Wahl gerade auf sie gefallen unter so vielen israelitischen Mädchen und Jungfrauen? Warum mußte gerade sie bis zum Ende gehen und den Lebensweg und Kreuzweg Jesu mitleiden? Diese Gnade ist auf der einen Seite eine unverdiente Gabe, eine Aufgabe, auf der anderen Seite Gnade, Sendung. Das sind die Bestandteile jeder christlichen Existenz. Warum hat Gott gerade Maria erwählt, um durch sie die Notwendigkeit der Rettung und der Umkehr im Angesicht so vieler Heiligen und Theologen zu betonen, nach so vielen Synoden, Konzilien und Stellungnahmen? Der Baum, den Gott durch Maria in Medjugorje und in der Welt gepflanzt hat, bringt Früchte, denn es pflegt ihn eine sorgende, mütterliche Hand. Wo eine Mutter wirkt, kann die Frucht schwerlich ausbleiben.

All das, was durch Medjugorje geschieht, hat seinen Sinn. Hinter allen Ereignissen steht Gott indirekt durch die Gospa, die alle Menschen zum Gebet, zur Änderung des Lebens einlädt, damit all das in Erfüllung geht, was ihr der Herr anvertraut hat. Bedeutet das, daß Gott nichts ohne unsere Mitarbeit tun möchte?

Es ist bequem, an einen weltentrückten und fernen Gott zu glauben. Er kommt nicht zu nahe. Das Besondere unseres Glaubens ist, daß Gott aus Seinem Jenseits heraustritt, um in der Welt, unter den Menschen zu wohnen. Er ist ein Gott, der zu den Menschen kommt und mit ihnen, und nie ohne sie, die Welt gestalten möchte. Es ist wichtig, Gott im eigenen Leben Raum zu geben, auf Ihn zu hören, von Ihm sein eigenes Leben verändern lassen. Eben das stört die meisten Zeitgenossen. Der Mensch will nicht, daß sich Gott in sein Leben einmischt. Wer braucht keine Erlösung? Vielleicht ist dieser Begriff etwas veraltet, aber er drückt noch am besten aus, daß wir Menschen uns nicht selbst erlösen können. Wir haben allerdings vergessen, daß es die Erlösung nur um den Preis der persönliche Umkehr gibt. Geschichtlich ist diese Umkehr - für uns Christen - an Jesus Christus, an Sein Wort, an Seine Kirche gebunden und das erregt in der gesamten Geschichte Anstoß. Heute gibt es in der Katechese, von der Kanzel, von Christen - oft zu hören: Gott nimmt uns so wie wir sind! Stimmt das? Ob Gott, ob Jesus unseren titanischen Größenwahn, ob er uns als das letzte Maß aller Dinge akzeptiert? Gewiß, er nimmt uns in unserer Demut, unserer Liebe und Hingabe an, aber nicht in unserer Hybris, von der das gesamte Neue Testament spricht. Man soll Gott als Gott sehen, und den Menschen als Seine Schöpfung, als Kreatur, die nur in Gott ihr Ziel und ihren Sinn finden kann.



Gott kann mit uns soweit handeln, wie unsere Freiheit es Ihm gestattet, sich einzumischen. Vor unserer Freiheit macht er halt. Das erste und eigentliche Wunder in unserem Leben ist der Glauben selbst. Die Allmacht Gottes wird angesichts unseres Nein zu Seiner Ohnmacht, findet da eine Grenze. Daher ist die Frage, wie kann Gott dieses oder jenes Unglück zulassen, falsch gestellt. Wir sind es doch, die Sein Wirken durch unseren Unglauben behindern. Daher gilt es auch für uns, die Lebensbedingungen Jesu auf uns zu nehmen, sich Ihm zur Verfügung zu stellen.

Medjugorje hat die ganze Welt erfaßt und in Tausenden Menschen tiefe Spuren hinterlassen. Es hat viele in eine neue Zeit geführt. Wie sehr ist Medjugorje Vorbild und Halt für Menschen, die große Ängste haben?

Medjugorje ist der Glaube, der auf das Leben überfließt, der Glaube, der sich in konkretes Engagement verwandelt. Man spricht heute vom Fluch des Christentums, wegen dieses oder jenes Fehlers, der im Lauf der Geschichte passiert ist. Wir können vom Segen des Christentums sprechen, denn es gibt einen Beweis aus dem Frühchristentum, als es noch keine Glaubensfreiheit gab, daß, auch wenn es nur 10% Christen gab, Armut und Einsamkeit unter den Menschen fehlte. Das ist die Fähigkeit jener, die das Salz der Erde und das Licht der Welt" sind. Ohne die tatkräftige Liebe bleibt der Glaube ein Buchstabe am Papier. Er bleibt etwas, was uns zwar am Sonntag betrifft aber nicht mehr in unserem Alltag. Christus ist der Herr nicht nur für den Sonntag. Das neue Leben der Getauften, der Bekehrten muß sich im Alltag auswirken. Denken wir an den Schluß des Markusevangeliums, welche Zeichen dauerhaft die Verkündigung begleiten sollten! Das hat sich in Medjugorje und nach Medjugorje überall in der Welt in die Tat umgesetzt.

Die Gospa hat in der letzten Botschaft (vom 25. Juni) gesagt, daß wir uns nicht vor der Zukunft zu fürchten brauchen, wenn wir ehrlich beten. Wie sehen Sie die Zukunft von Medjugorje?

Wir leben in einen Welt des Relativismus. Viele behaupten, die Wahrheit kann man nicht erkennen. Die technisch-positivistische Weltanschauung beherrscht die Szene. Es kommt auf das Experimentieren an. Alles, was sich nicht beweisen kann, erscheint unsicher. Nur das Materielle und Technische sei heute beweisbar und daher anzuerkennen. Aber die wichtigen Fragen der Menschheit, wie Leben, Sterben, Gott, Ethik, Moral verfallen in die Beliebigkeit. Und wenn die allerwichtigsten Fragen des Menschen beliebig sind, dann ist der Mensch in Gefahr. Wir brauchen keine Naturkatastrophen oder kosmische Explosionen, die Katastrophe ist mitten unter uns, denn der Mensch ist in seinem moralischen Zustand gefährdet, und daher sehe ich in Medjugorje eine Chance, den Menschen von neuem für die Wahrheit, für Gott, für das Jenseits zu öffnen. Daher hat Medjugorje Zukunft, denn die Christen haben eine Verantwortung, daß die Welt Gott nicht entgleitet, sondern daß wenigstens die großen Werte der Menschheit aufrechterhalten bleiben. Dazu braucht man die Kraft des Beispiels, die lebendige Kraft des wahren Glaubens, der Sakramente allen voran Eucharistie und Buße dann dürfen wir auf eine Bekehrung der Welt hoffen.

Neben allen Ereignissen in Medjugorje gibt es auch Geheimnisse. In diesen Tagen wurde das Geheimnis von Fatima bekannt gegeben. Wie beurteilen Sie die Geheimnisse, verbunden mit den Erscheinungen der Gospa?

Medjugorje ist für mich von Anfang an verbunden mit dem Prophetentum in der Bibel und in der Kirche. Wieviel auch über die Geheimnisse von Fatima, besonders über das dritte Geheimnis, spekuliert wurde, die Menschen waren zum Schluß, als es veröffentlicht wurde, enttäuscht über die Bizarrheit der Bilder, die einen theologischen Kommentar brauchen. Alle Geheimnisse, die mit den Propheten im Alten und Neuen Testament verbunden sind, auch in der Geschichte der Kirche, sind Geheimnisse mit Bedingungen: Das Geheimnis von Fatima zeigt in typisch apokalyptischer Manier, wie in einem Filmausschnitt, in einer kurzen zeitlichen Abfolge, vor unseren Augen wie in einer Prozession, wie ein ganzes Jahrhundert vorbeizieht, an der Spitze der Papst, der unter einem Kreuz auf einem Berggipfel ermordet wird. Das gleiche könnte man über Medjugorje sagen. Die Geheimnisse sind bedingt durch die Kraft der Annahme Gottes des Evangeliums, der Botschaften und der Gegenwart Mariens: Von Anfang an haben wir gehört, daß durch das Gebet viele Katastrophen und Unglücke, sowohl persönliche als auch die eines ganzen Volkes, der ganzen Welt vermieden werden können. Auch Jesus hat seinen Hörern gesagt: Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle sterben!" In diesem Zusammenhang ist es gut, auf das ganze 12. und 13. Kapitel des Lukasevangeliums hinzuweisen, wo klar über die Zeichen der Zeit geschrieben wird, die auch heute offensichtlich sind. Die Geheimnisse haben daher einen bedingten Charakter: Wenn ihr nicht umkehrt, werden Strafen folgen!" Haben wir auf unserem Territorium nicht schon genug Schreckliches erfahren, die geistige und geistliche Leere nach dem Fall des Kommunismus, den totalen Materialismus, weil wir nicht umgekehrt sind? Denken wir an die Erscheinungen in Ruanda 1982 und an den schrecklichen Genozid an Millionen im Jahr 1994.

Am Ende dieses Gespräches bitten wir Sie, uns etwas über den Weg des Menschen zu Gott zu sagen, in besonderen zu Medjugorje, den Weg zu Gott durch die Gospa und ihren Sohn.

Sie haben in der Frage schon angedeutet, welchen Weg wir gehen müssen: Durch Maria zu Jesus, durch Jesus zu Maria. Das sind die zwei uns vorgegebenen Wege. Zu Jesus kommen wir durch Maria wie in Kana und zu Maria kommen wir durch Jesus, der sie uns unter dem Kreuz als unsere Mutter hinterläßt. Die Mutter und der Sohn sind der beste und sicherste Weg zu Gott, zu diesem Ozean des Lichtes, wie Er in den Geheimnissen von Fatima beschrieben wird.

Danke für das Interview!

(Das Interview führte vd)