GEBETSAKTION - MARIA KÖNIGIN DES FRIEDENS - MEDJUGORJE
INTERVIEW
Gespräch mit Pater Ivan Sesar
INTERVIEW

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INHALT
HEFT 59


Das, was ich sehe, erscheint mir sehr gut

Ich bemühe mich, so gut ich kann, Gottes Werkzeug zu sein

MEDJUGORJE ist ein Ort des Gebetes, wo der Mensch persönlich Gott begegnet

MEDJUGORJE ist eine einzigartige Erfahrung

Das Evangelium ist der Ruf zur Freiheit und Hingabe

PREDIGT ZUM FEST DES HEILIGEN FRANZISKUS AM 4. OKTOBER 2000 IN MEDJUGORJE

Ich bin Zeugin, daß es ein Leben nach dem Tod gibt




MEDJUGORJE ist ein Ort des Gebetes, wo der Mensch persönlich Gott begegnet

Pater Ivan, bitte stellen Sie sich kurz unseren Lesern vor

. Ich heiße Pater Ivan Sesar, bin in Kocerin, in der westlichen Herzegowina geboren. Nach der Volksschule besuchte ich das Franziskanische Gymnasium in Visoko, wo ich zwei Jahre verbrachte. Im Gymnasium in Dubrovnik habe ich maturiert und war anschließend in Makarska, wo ich Theologie studiert habe. Mein Studium habe ich in Bologna fortgesetzt und beendet. Von 1994 bis 1996 war ich Erzieher in Humac. Die Provinzleitung hat mich zum Kirchenrechtsstudium an die päpstliche Universität "Antonianum" nach Rom geschickt, wo ich 1998 mit dem Magisterium abgeschlossen habe und heuer, am 15. Juni, habe ich das Doktorat aus Kirchenrecht erhalten. Danach wurde ich zum Pfarrer von Medjugorje bestellt. Ende August kam ich hierher, um diese Pfarre vom früheren Pfarrer, Pater Ivan Landeka, zu übernehmen.

Was können Sie uns zu Ihren Kontakten zu Medjugorje erzählen?

Als Student bin ich aus Rom in meiner Freizeit nach Medjugorje gekommen, um bei der Pastoralarbeit, besonders bei der Beichte und beim Predigen an den großen Feiertagen zu Weihnachten und zu Ostern, zu helfen. Das waren meine ersten und direkten Begegnungen mit Medjugorje als Priester. Es ist ein großer Unterschied, ob man hier in Medjugorje lebt und arbeitet oder ob man es nur von außen beobachtet. Das habe ich in den vier Jahren, in denen ich in Rom studiert habe, besonders verstanden. Wenn ich mich in Medjugorje aufgehalten habe, habe ich diesen Ort als Ort des Gebetes erlebt, als Ort, wo der Mensch hinkommt, um Gott zu suchen als Ort der Begegnung Gottes mit den Menschen. Dieses Bild von Medjugorje, das ich erlebt habe, als ich als Student aus Rom gekommen bin, kann ich heute als Pfarrer jeden Tag mehr und mehr bezeugen, aus all dem, was ich in direktem Kontakt mit den Pilgern erlebe: Medjugorje, das wiederhole ich, ist ein Ort des Gebetes, wo der Mensch seinen Frieden finden und Gott persönlich begegnen kann. Ich glaube, daß das das größte Geschenk ist, daß Gott durch Maria in Medjugorje gegeben hat, aber nicht nur in Medjugorje, sondern durch Medjugorje in der ganzen Welt. Das ist ein Ort, wo die Menschen aus der ganzen Welt herkommen, die nur ein Ziel haben, und das ist, sich Gott zu nähern, den Sinn ihres Lebens zu finden. Denn den wahren Sinn des Lebens kann der Mensch ohne Gott nicht erreichen und nicht finden. Das ist also Medjugorje und darauf gründet sich die Spiritualität von Medjugorje. Nach Medjugorje kommen die Menschen, um sich beim Sakrament der Beichte mit Gott zu versöhnen. Denn nur jemand, der gebeichtet hat und mit Gott in Frieden ist, kann Gott erleben. Deswegen möchte ich als Pfarrer auch all das weiter aufrecht erhalten, was bisher Priorität in Medjugorje gehabt hat, d.h. daß jeder, der hier beichten und sich mit Gott versöhnen möchte, die Möglichkeit dazu haben soll, um durch das Gebet und die persönliche Begegnung mit Gott den Sinn seines Lebens zu entdecken.


Die Arbeit in einer Pfarre wie Medjugorje ist sehr vielfältig und auch anstrengend: Die Sorge um die Pilger, um das Heiligtum, um die Pfarrangehörigen. Es ist jetzt ein sehr junges Team hier. Glauben Sie, daß Sie die Pastoralarbeit gut bewältigen werden? Nach dem Doktoratsstudium in Rom bin ich zur Aushilfe in die Schweiz gegangen. Nach dem Kirchenrechtsstudium habe ich 'ehrlich gesagt' diesen Dienst als Pfarrer von Medjugorje nicht erwartet. Doch die Provinzleitung hat mir dieses Amt anvertraut und der Bischof hat es bestätigt. So haben sich die Dinge gefügt und in Medjugorje ist heute ein sehr junges Team, wie es bisher seit Beginn der Erscheinungen noch nie der Fall war. Ich bin 33 Jahre alt, Pater Branko Radoø ist gleich alt wie ich. Wir besuchten zusammen das Franziskanische Seminar in Visoko, Pater Ljubo Kurtovic ist zwei Jahre jünger als wir. Viele Menschen sind, ich möchte nicht sagen, skeptisch, sondern etwas ängstlich, weil sie glauben, daß wir aufgrund unseres Alters zu wenig Erfahrung haben. Ich persönlich glaube hingegen, daß das ein Vorteil für Medjugorje ist. Nicht weil gerade ich in diesem Alter bin oder weil ich hier bin, sondern weil Medjugorje wegen der Anforderungen, wegen der Arbeit, wegen all der Dinge, die zusätzlich zur Arbeit in der Pfarre noch anfallen, junge, aktive Menschen braucht.

Was halten Sie als Kirchenrechtler von der Idee, die Arbeit in der Pfarre Medjugorje aufzuteilen?

Das ist eine Idee, über die schon seit Jahren gesprochen wird, und wir sehen alle, daß sie nicht von der Hand zu weisen ist. Medjugorje ist weder ein bischöfliches, noch ein nationales Heiligtum, sondern ein internationales. Medjugorje hat zwei sehr große Arbeitsgebiete, von denen jedes für sich viel Arbeit und Opfer erfordert. Das eine ist die große Zahl von Pilgern und Menschen, die jeden Tag hierherkommen, andererseits müssen wir in Betracht ziehen, daß Medjugorje eine Pfarre ist, in der schon über 1000 Familien leben. Ich möchte als Kirchenrechtler absolut die kirchlichen Vorschriften achten und weiß, daß man all das rechtlich "de facto" bestätigen könnte. Es ist überhaupt nicht in Frage zu stellen, ob Medjugorje ein Heiligtum ist oder nicht, dies wird jeden Tag aufs neue bestätigt. Rechtlich ist Medjugorje leider noch immer nicht als Heiligtum anerkannt und es fällt nicht in die Kompetenz des Pfarrers, daß er es ernennt. Ich glaube, daß beim Kapitel im Frühling einer der Hauptpunkte auch die Frage "Medjugorje" sein wird. Wenn das nicht der Fall ist, dann erwarte ich wenigstens eine innere Reorganisation, eine Aufteilung der Pastoralarbeit. Das würde heißen, daß ein Teil der Priester sich ausdrücklich mit der Pfarre und den Pfarrangehörigen befaßt, während der andere Teil der Priester den Pilgern zur Verfügung steht, die in dieses Heiligtum kommen.

Danke, Pater Ivan, für dieses Gespräch!

(Das Gespräch für die Gebetsaktion Wien führte vd)