Zur Hauptseite Zurück zum Heftarchiv INHALT HEFT 59 Das, was ich sehe, erscheint mir sehr gut Ich bemühe mich, so gut ich kann, Gottes Werkzeug zu sein MEDJUGORJE ist ein Ort des Gebetes, wo der Mensch persönlich Gott begegnet MEDJUGORJE ist eine einzigartige Erfahrung Das Evangelium ist der Ruf zur Freiheit und Hingabe PREDIGT ZUM FEST DES HEILIGEN FRANZISKUS AM 4. OKTOBER 2000 IN MEDJUGORJE Ich bin Zeugin, daß es ein Leben nach dem Tod gibt |
MEDJUGORJE ist eine einzigartige Erfahrung
Pater Ivan, Sie haben in diesen Tagen die Pfarre Medjugorje offiziell übergeben und die Pfarre Humac, unweit von Medjugorje, übernommen. Ich bin nach 12 Jahren in die Pfarre zurückgekehrt, aus der ich damals nach Medjugorje gekommen bin. Im Einklang mit den kirchlichen Vorschriften habe ich meine Pflichten in der Pfarre Medjugorje übergeben und die Pflichten in der Pfarre Humac übernommen. Die Übernahme geschah in Anwesenheit des Bischofs der Diözese Mostar, Dr. Ratko Periç. Alles verlief in einer angenehmen Atmosphäre.Was können Sie uns über den neuen Pfarrer sagen, der jetzt den Dienst in der Pfarre Medjugorje übernommen hat? Dr. Ivan Sesar ist ein junger, dynamischer Pater und ich glaube, daß er durch seine Jugend, durch sein Wissen, durch seine Spiritualität all das tun wird, was Medjugorje im Augenblick braucht, sodaß man meinen Abgang kaum spüren wird. Wie haben Sie Medjugorje, den Ort, an dem die Gospa täglich erscheint, als Pfarrer erlebt, der für alles , was hier zu tun war, verantwortlich gewesen ist? Ich habe Medjugorje von Anfang an als eine Aufgabe aufgefaßt, die ich nur in einer guten und ernsten Zusammenarbeit mit den anderen Priestern im Haus, mit den Pfarrangehörigen und mit den Pilgern erfüllen kann und mit jenen, die sich um die Pilger kümmern, wie auch mit den Priestern, die kommen und die Pilgergruppen begleiten und jenen Priestern, die aus der näheren und weiteren Umgebung hierherkommen, um zu helfen. Wenn ich jetzt auf die zwölf Jahre zurückschaue, die ich in Medjugorje verbracht habe und beurteilen soll, was ich getan oder nicht getan habe, kann ich nur sagen, daß manche Dinge, die mir zeitweise sehr schwierig vorgekommen sind, aus meiner jetzigen Perspektive einfach aussehen.Schon viele Menschen haben wir über ihre Erfahrungen, die sie in Medjugorje gemacht haben, gefragt. So möchte ich auch Sie fragen, welche persönlichen Erfahrungen Sie in Medjugorje gemacht haben? Die ersten Erscheinungen waren zu der Zeit, als ich noch Theologiestudent in Deutschland war. 1981 wurde ich zum Priester geweiht und danach kam ich in die Pfarre Humac, die nur wenige Kilometer von Medjugorje entfernt ist. Ich kann somit sagen, daß all die 19 Jahre meines Priesterlebens gekennzeichnet und geprägt sind durch die Ereignisse von Medjugorje. Hier habe ich viele pastorale Erfahrungen gewonnen. Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, die ich nie getroffen hätte, wenn ich nicht in Medjugorje gewesen wäre. In Medjugorje habe ich die einzelnen Kirchen weltweit kennengelernt und über ihre Schwierigkeiten und Erfahrungen erfahren. Hier bin ich sehr vielen Menschen begegnet, die ernsthaft glauben und beten. Medjugorje ist eine einzigartige Erfahrung, besonders wenn man längere Zeit hier sein kann. Obwohl ich in diesen Tagen aus Medjugorje gegangen bin, möchte ich auf keinen Fall das Band zu Medjugorje abreißen lassen, sondern ich möchte weiterhin hier mitarbeiten, besonders mit den Priestern, die sich jetzt um die Pfarre und um das Heiligtum kümmern. Ich möchte gern auch, soweit es meine Zeit erlaubt, beim Beichten und Predigen helfen. |
Können Sie uns sagen, was Medjugorje heute für die Welt bedeutet? Was mich von Anfang an in Medjugorje angezogen hat, war eine ehrliche, einfache und fromme Spiritualität. Sie drängt sich nicht auf. Hier ist eine Frömmigkeit und eine Art des Gebetes zugegen, die allen Menschen zugänglich ist. Was wir hier sehen, sind zwar natürlich nicht die einzigen Formen der christlichen, katholischen Spiritualität, aber es sind Formen, die sicherlich eine Zeit lang in dieser bestimmten Art alle einen können, die sich hier als Pilger versammeln. Und das ist das, was für Medjugorje charakteristisch ist: Die Einfachheit des Kontaktes zwischen den Priestern und den Pilgern, den Priestern und den Sehern, den Pilgern und den Sehern.
Sie haben die Seher erwähnt. Zwölf Jahre lang haben Sie mit ihnen in der Pfarre verbracht, ihr Leben beobachten können. Wie waren Ihre Kontakte als Pfarrer mit den Sehern und wie haben Sie miteinander gearbeitet? Diese außerordentliche Erfahrung, die die Seher bis zum heutigen Tag erleben, ist nicht alltäglich. Wenn wir davon ausgehen, daß dies ein besonderes Phänomen ist, dann nähern wir uns diesen Menschen mit bestimmten persönlichen Vorstellungen und Wünschen. Ihre Erfahrung der Erscheinung kennzeichnet auch ihr Leben. Sie hat ihre Jugend geprägt und kennzeichnet nun die Jahre, in denen sie Familien gegründet haben und Eltern geworden sind. Eine Sache erscheint mir bei all dem besonders wichtig und das ist, daß Gott in keinem Seiner Aufträge die menschlichen Elemente ausschließen möchte. Es ist interessant, daß wir die Seher nie beeinflussen konnten. Weder wir Priester, die wir hier arbeiten, noch die Pilger, die hierherkommen oder jene Menschen, die diese Phänomene von der wissenschaftlichen Seite oder von der Seite des Glaubens überprüfen. Das ist eine Tatsache, die uns vielleicht wundern kann, aber man muß zugeben, daß sie originelle Persönlichkeiten sind, sowohl menschlich als auch vom Glauben her gesehen, d.h. daß sie sich auf keinerlei Weise führen ließen, daß niemand über sie bestimmen konnte. Das war und ist bis heute sicher ein wichtiges Element in ihrem Leben, bei ihrer Erfahrung und bei all dem, was sie heute erleben.Was möchten Sie allen Menschen sagen, die als Pilger hierhergekommen sind und weiterhin Medjugorje, das Heiligtum der Königin des Friedens, besuchen werden? Ich werde mich aufrichtig freuen, wenn ich den einen oder anderen Pilger treffe, der früher nach Medjugorje gekommen ist. Diese Begegnung wird sicher anders sein als sie bisher war. Die Grundbotschaften von Medjugorje und das, was am wichtigsten ist, bleibt gleich! Und das bedeutet, daß man als Pilger nach Medjugorje kommt und die Haltung eines Pilgers sucht. Die verantwortlichen Personen, die hier von Zeit zu Zeit wechseln, brauchen nie eine entscheidende Rolle spielen, sondern man muß begreifen, daß Medjugorje ein großer Wallfahrtsort geworden ist und man muß begreifen, daß die Wallfahrt einen ausschließlich gläubigen und religiösen Inhalt hat.Danke, P. Ivan, für dieses Gespräch! (Das Gespräch für die Gebetsaktion Wien führte vd) |