"Liebe Kinder! Mit großer Hoffnung im Herzen rufe ich euch auch heute zum Gebet auf. Wenn ihr betet, meine lieben Kinder, seid ihr mit mir und ihr sucht den Willen meines Sohnes und lebt ihn. Seid offen und lebt das Gebet, und in jedem Moment sei es für euch die Würze und Freude eurer Seele. Ich bin bei euch und halte Fürsprache vor meinem Sohn Jesus. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!"
Unsere Mutter im Himmel, du hast große Hoffnung, dass wir deine Wünsche erfüllen. Wenn wir beten, sind wir ganz besonders mit dir, o Gottesmutter, verbunden. Und mit dir suchen wir den Willen deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, zu erfüllen und leben seine Wünsche. Das Gebet gehört zum Schönsten unseres Lebens. Wir dürfen die Raum- und Zeitmauer durchbrechen und wir können mit Gott, unserem Vater, und unserem Herrn Jesus Christus auf Du und Du sein. Gott selber hat uns verheißen: "Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch" (Jes 66,13). Gebet ist Verweilen bei Gott, der uns mehr liebt als irgendein Mensch uns je lieben kann. Gebet bedeutet Freude, inneres Wachsein, Entspannung von falscher irdischer Spannung, Erfahrung der Nähe göttlichen Erbarmens. Die Gottesmutter bittet uns, offen zu sein und das Gebet in jedem Moment zu leben und zu gebrauchen, damit Freude unsere Seele erfüllt. Danke, liebe Mutter, dass du für uns Fürsprache hältst vor Gott, vor Jesus und dem Heiligen Geist!
WENN WIR BETEN, SIND WIR MIT DIR UND JESUS VERBUNDEN
"Liebe Kinder! Mit großer Hoffnung im Herzen rufe ich euch auch heute zum Gebet auf. Wenn ihr betet, meine lieben Kinder, seid ihr mit mir und ihr sucht den Willen meines Sohnes und lebt ihn."
Die heilige Edith Stein schrieb einmal in einem Brief: "So sehr ich das Offizium (=gemeinsames Chorgebet) liebe und so ungern ich ihm – auch bei der kleinsten Hore – fernbleibe, die Grundlage unseres Lebens sind doch die zwei Stunden Betrachtung, die wir in unserer Tagesordnung haben. Seit ich diese Wohltat genieße, weiß ich erst, wie sehr sie mir draußen gefehlt hat." Die Gottesmutter will möglichst viele, ja alle, für Gott retten. So sagt sie schon am 24.5. 1984: "Ich bitte euch, erlaubt nicht, dass mein Herz blutige Tränen über jene Seelen weint, die in der Sünde verloren gehen. Deswegen, liebe Kinder, betet, betet, betet!" Die Gottesmutter betont stets, dass wir in der eigenen Familie anfangen sollen zu beten. Es gibt kaum eine Großfamilie, in der heute nicht auch Ungläubige den lebendigen Gott noch nie erfahren haben. Immer wieder kommen neue Menschen in unser Blickfeld. Stets sollte unser Gebet auch jenen gelten.
Die Barmherzigen Schwestern in Paris beteten 1939 für eine achtzehnjährige Wiener Jüdin, die mit einer schweren Krankheit in das Krankenhaus gebracht wurde. Obwohl diese den Schwestern das Weihwasser, das man ihr gereicht hatte, ins Gesicht schüttete, beteten sie ganz besonders für sie, die wohl eine Suchende war, aber sich als Atheistin ausgab. Es geschah das Wunder, dass sie gläubig, getauft, gefirmt, ja schließlich sogar Ordensschwester wurde. Ihre Bekehrung schildert sie selbst so: "In einer Nacht erfuhr ich die entscheidende Gnade, die ich niemals verdient hatte. Um neun Uhr Abend in tiefer Ruhe, fühlte ich plötzlich eine unerklärliche Freude, eine riesengroße Freude. Irgendetwas gab mir zu verstehen, dass Jesus der wahre Messias ist, dass ich auf keinen anderen warten muss, und dass Maria die Muttergottes ist. Von diesem Moment an konnte ich nicht mehr schlafen, ich hatte keine Schmerzen mehr. Ich befand mich am Höhepunkt einer Freude, die man nicht schildern kann.... In der Früh ging ich in die Kapelle. Bei der Wandlung war mir klar, dass in dieser Hostie Gott ist. In einem Buch fand ich die Gebete. Die Gebete waren das Vaterunser, das Ave Maria und das Gloria." Heute ist diese Frau Ordensschwester. Wie wunderbar hat Gott das Gebet der Barmherzigen Schwestern erhört!
SEID OFFEN UND LEBT DAS GEBET
"Seid offen und lebt das Gebet, und in jedem Moment sei es für euch die Würze und Freude eurer Seele."
Das Gebet kann jederzeit zur Freude werden. Man könnte diese Begebenheit, die ich jetzt kurz erzählen will, nennen: Von Mutterherz zu Mutterherz! Der Erzbischof von Recife in Brasilien ruft bei den Barmherzigen Schwestern von der Rue du Bac 1995 an. Drei Wochen vorher fährt eine Brasilianerin nach Paris, um die Gottesmutter zu bitten, dass sie ihr fünfjähriges Kind heilen möge, das unheilbar krank ist. Die Mutter möchte ein Wunder erflehen. Das Kind soll auf dem Sessel sitzen, auf dem die Gottesmutter selbst gesessen ist. Die Mutter und ihre Tochter schreiten durch das große Tor des Klosters. Sie gehen bis zum Ende des Ganges, wo die Kapelle der Wunderbaren Medaille ist. Viele Menschen beten dort. Die Mutter erkennt den Ort wieder, den sie so oft auf Postkarten betrachtet hat. Ganz langsam bewegt sie sich mit ihrer Tochter in der Kapelle nach vorne. So gelangt sie zum Sessel. Schade, dass dort eine Kordel ist und man nicht ganz zu dem kleinen Heiligtum gelangen kann. Aber für die Brasilianerin ist das kein Hindernis. Wunderbar, die Schwestern arbeiten im Altarraum. "Schwester, dürfte die Kleine sich auf den Stuhl setzen, bitte?"- "Entschuldigen Sie, das kann ich Ihnen nicht erlauben, denn sonst würde jeder darum bitten, und das ist unmöglich." Eine neue Idee erleuchtet das arme Herz der Mutter, da die Schwestern weggegangen sind. "Höre, jetzt gehst du unter der Kordel durch und dann kriechst du unter dem Sessel. Wenn du dort bist, berührst du mit der Hand die Stelle, wo die Gottesmutter gesessen ist. Und dann schnell zurück!" Auf allen Vieren kriecht sie unter die Stelle. Dann legt sie die Wange lange Zeit auf den Sessel. Die Mutter tadelt sie. Aber die Kleine sagte: "Aber Mama", antwortet das strahlende Kind, "die Frau hat mich dazu aufgefordert, meinen Kopf auf ihre Knie zu legen." Und das Kind kam nach Hause und war gesund!
So hat das Gebet Freude und Würze gebracht. Und das tut jedes Gebet. Beten wir sehr gerne und oft zu Jesus, zum Vater und zur Gottesmutter! Nicht immer wird ein Wunder geschehen.
ICH BIN BEI EUCH UND HALTE FÜRSPRACHE
"Ich bin bei euch und halte Fürsprache vor meinem Sohn Jesus. Danke, dass ihr meinem Ruf gefolgt seid!"
Das Zweite Vatikanische Konzil schreibt in der "Dogmatischen Konstitution über die Kirche" über die Gottesmutter und zeigt uns dadurch, wie sehr sie Zeichen der sicheren Hoffnung des Trostes ist: "Wie die Mutter Jesu, im Himmel schon mit Leib und Seele verherrlicht, Bild und Anfang der in der kommenden Weltzeit zu vollendeten Kirche ist, so leuchtete sie auch hier auf Erden bis zur Ankunft des Tages des Herrn als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk voran." (Nr. 68). Danke, o himmlische Mutter, für deine so liebevolle Botschaft!
Dr. Johannes Gamperl








