Eine unerwartete Einladung – Gedanken zur Botschaft vom 25. Mai 2026

Eine unerwartete Einladung – Gedanken zur Botschaft vom 25. Mai 2026

28.05.2026

In der letzten Botschaft hat uns die Muttergottes aufgerufen, aus dieser Zeit eine Zeit des Betens und des Fastens zu machen. Diese Einladung kam etwas unerwartet, da die Botschaft am Pfingstmontag gegeben wurde – weit entfernt von der Fastenzeit. Und doch, die Muttergottes bittet uns in dieser Zeit, zu beten und zu fasten.

Manchmal glauben wir, wir müssten beten und fasten, weil Gott es braucht. In Wahrheit ist es genau umgekehrt: nicht Gott braucht unser Gebet, wir brauchen es, dass wir beten! Nicht Gott braucht unser Fasten, aber wir brauchen das Fasten und den Verzicht. Im Gebet besinnen wir uns wieder auf das Wesentliche und das Bleibende des Lebens: auf Gott und auf die himmlische Wirklichkeit. Während des Gebets lassen wir den Alltag und alles Vergängliche hinter uns und richten uns auf Gott aus. Das Gebet schenkt uns eine neue Perspektive auf unser eigenes Leben und auf die Welt. Gebet bewirkt einen Perspektivwechsel, es bringt Frieden, wir blicken auf Gott, der unser Friede ist.

Mit dem Fasten verhält es sich ähnlich. Wenn wir uns entscheiden, auf etwas zu verzichten, einfach zu essen, Ablenkungen wegzulassen, das Handy und Fernseher auszuschalten, treten wir ein in eine Stille und auch in eine gewisse Leere. Doch genau das tut uns gut, körperlich wie auch seelisch. Körperlich tut es gut, weniger und einfacher zu essen und den Körper damit zu entlasten. Und auch seelisch bringt uns der Verzicht, die Stille, die Einfachheit in eine Offenheit für Gott. Ohne Ablenkung ist es so viel einfacher zu beten, vielleicht einen Gebetsspaziergang in der Natur zu machen, in der Bibel zu lesen oder in einem guten geistlichen Buch.

Gebet und Fasten lassen unsere Seele aufatmen, wir fokussieren uns, wir lassen in uns hochkommen, was da ist. Wir treten aus dem Alltag aus und treten ein in die Gegenwart Gottes. Gebet und Fasten sind etwas sehr Gutes und genau darum wünscht es die Muttergottes für uns.

Schließlich ruft uns die Muttergottes in ihrer kurzen und prägnanten Botschaft auf, zu Gott zurückzukehren. Doch was heißt das, zu Gott zurückzukehren?

Jeder Mensch ist frei und kann auf den Wegen gehen, die er möchte und die er selbst gewählt hat. Zu Gott zurückzukehren, ist wie das Umdrehen auf einem Weg, der nicht zu Gott führt. Wie wenn man sich bei einer Wanderung verlaufen hat und deshalb umdreht und zurückgeht, so sollen auch wir umdrehen und zurückgehen, wenn wir uns von Gott entfernt haben.

Jeder Einzelne von uns darf prüfen, in welchen Bereichen er sich von Gott abgewendet hat und eigene Wege geht. Konkret kann Rückkehr zu Gott bedeutet, alles, was uns von Gott trennt in die Beichte zu bringen. Es kann bedeuten, sich zu bemühen die Gebote Gottes zu halten und das eigene Leben zu ordnen. Es kann bedeuten, täglich zu beten und dem Gebet die beste Zeit des Tages zu widmen. Es kann bedeutet, auch während der Woche zur Heiligen Messe zu gehen und Jesus in der Kommunion zu empfangen. Es kann bedeuten, mehr in der Heiligen Schrift zu lesen, um unser Denken von der Heiligen Schrift prägen zu lassen.

Wenn man sich in die Welt umsieht, sieht man, wie weit die Menschen von Gott entfernt sind. Wir sehen den großen moralischen Verfall, gesellschaftliche und politische Fehlentwicklungen, die Geringschätzung von Ehe und Familie, die Verwirrung vieler junger Menschen bezüglich ihrer geschlechtlichen Identität, den Materialismus und die Oberflächlichkeit, die durch die sozialen Medien nochmals verstärkt werden. Wir sehen die große Orientierungslosigkeit der Menschen. Wir sehen überall Schafe, die keinen Hirten haben, so wie Jesus es ausdrückte.

Was braucht der Mensch von heute? Er braucht Orientierung und Sicherheit. Letztlich kann nur Gott tiefe, bleibende Orientierung geben. Erst von Gott her weiß der Mensch woher er kommt, wofür er gemacht ist, wie er leben soll und wohin er geht. Gott hat uns seine Gebote geschenkt, die uns Orientierung geben – es sind Wegweiser zu einem geglückten Leben. Schließlich braucht jeder Mensch Sicherheit. Jeder Mensch braucht die Sicherheit, dass er gewollt und geliebt ist und dass sein Leben in der Hand Gottes geborgen ist – eine Hand, die selbst über den Tod hinaus hält.

Die Muttergottes kommt aus dem Himmel, aus der Ewigkeit. Genau darauf verweist sie uns immer wieder: auf Gott und auf die Ewigkeit. Im Blick auf Gott erhält unser Leben Sinn und unser jetziger Augenblick erfährt seinen Wert im Wissen um die Ewigkeit.

Die Botschaft der Muttergottes ist kurz und simpel. Doch die Umsetzung ist alles andere als einfach! Wir sind herausgefordert, unser Leben wirklich auf Gott auszurichten. Wir sind eingeladen, Zeit mit Gott zu verbringen und Ablenkungen zu vermeiden, um frei und aufmerksam zu sein für Gottes Stimme und Gottes Wort.

Es liegt an uns, ob wir die kommenden Tage und Wochen nutzen, um zu beten und zu fasten. Die Muttergottes lädt uns ein, zwingt uns aber nicht. Alles, was sie hat, um uns zu überzeugen ist ihre mütterliche Liebe, mit der sie jeden Einzelnen von uns liebt.

Muttergottes, hilf uns auf deine Stimme zu hören und deine Worte in unserem Leben umzusetzen. Sei unsere Fürsprecherin, damit wir im geistlichen Leben wachsen und entschieden den Weg der Heiligkeit gehen.

Katharina Ebner BA, MA

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