Gedanken zur Botschaft vom 25. Juni 2026 von Pater Marinko Šakota
02.07.2026
- „Freut euch mit mir, denn der Allerhöchste hat mir erlaubt, bei euch zu sein, um euch zu Ihm zu führen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.“
Mir scheint, wir übersehen die Worte der Muttergottes in den Botschaften allzu leicht. Wenn dem so ist, ist das bedauerlich, ein großes Versäumnis, aber auch ein wichtiges Zeichen für uns: Wir haben unsere Aufmerksamkeit verloren, wir nehmen die Perlen vor unseren Augen nicht mehr wahr.
Eine dieser Perlen ist die Freude der Muttergottes, von der sie in dieser Botschaft spricht. Die Muttergottes freut sich. Das ist eine gute Nachricht, denn angesichts der turbulenten Zeiten, in denen wir leben, wissen wir, dass es Hoffnung gibt.
Noch wichtiger ist es jedoch, herauszufinden, warum die Muttergottes sich freut. Lasst uns zunächst nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen auf diese Worte der Muttergottes aus der Botschaft hören, und wir werden ihr Herz spüren und die Gründe entdecken: Die Muttergottes freut sich für Gott und für uns. Gott hat ihr erlaubt, zu uns zu kommen und uns zu sich zu führen. Aus ihren Worten, dass Gott ihr erlaubt hat, zu uns zu kommen (und dass sie immer noch zu uns kommt), schließen wir, dass sie zu uns kommen möchte. Sie äußerte diesen Wunsch vor Gott, Gott erlaubte es ihr, und dafür ist sie ihm sehr dankbar. Aus dieser Dankbarkeit quillt Freude in ihr auf.
Lasst uns einen Moment innehalten und uns fragen: Warum möchte die Muttergottes, dass wir uns mit ihr freuen? Wenn wir auf ihr Herz hören, entdecken wir mehrere Gründe. Erstens: Weil die Liebe niemals allein sein will, sondern das Bedürfnis verspürt, Freude mit anderen zu teilen. Zweitens: Weil die Muttergottes uns aus unserem Schlummer, aus unserer Lethargie erwecken möchte, damit wir uns des wundersamen Geschenks bewusst werden, des Geschenks vom Himmel, des Geschenks ihres Kommens auf die Erde, zu uns Menschen, nach Medjugorje, in der Zeit, in der wir leben. Drittens, und wahrscheinlich am wichtigsten: Weil sie unseren Blick auf Gott lenken möchte, der der Grund ihrer Freude ist.
Frage: Als wir diese Worte der Muttergottes über ihre Freude in der Botschaft lasen oder hörten, haben sie uns berührt? Haben sie Freude in uns geweckt? Freuen wir uns, dass die Muttergottes sich freut, dass sie mit uns ist, dass sie für uns kommt?
Wenn wir uns nicht freuen, was könnte das anderes bedeuten, als dass in uns ein Zustand herrscht, der uns alarmieren sollte? Ist es ein klares Zeichen dafür, dass wir die Nähe der Muttergottes nicht spüren, dass wir uns von ihrem Herzen entfernt haben, kalt und gleichgültig geworden sind? Denn wären wir Marias Herz nahe, würden wir uns freuen wie Elisabeth, als sie sie besuchte. Wir würden voller Freude staunen: „Woher kommt diese Gnade, dass die Mutter Gottes zu uns kommt? Welch eine Gnade, dass die Muttergottes möchte, dass ich, gerade ich, mitwirke, um den Frieden in der Welt zu verbreiten!“
Die Muttergottes offenbart uns den Sinn ihres Kommens: „um euch zu Ihm zu führen, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.“ Verstehen wir den Grund für die Freude der Muttergottes: Dass sie uns zu Jesus führen kann, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist? Um dies zu verstehen, stellen wir uns folgende Situation vor: Jemand hat sich im Dschungel verirrt, und wir finden ihn. Welche Freude würden wir empfinden, dass wir diesen Menschen retten konnten, weil wir den Weg kennen! Oder wenn wir in der Wüste auf jemanden stoßen, der ohne Wasser ist, und wir wissen, wo sich die Oase und die Quelle befinden.
- „Freut euch, meine lieben Kinder, und seid froh, auch in Schwierigkeiten; und ihr werdet Kraft haben, denn ihr werdet euch bewusst sein, dass ihr vergänglich seid, und ihr werdet wissen, wie ihr alles Gott darbringen könnt.“
„Freut euch!“, lädt uns die Muttergottes ausdrücklich ein. Aber wir freuen uns nicht, oder? Denn wenn wir es täten, würde sie uns nicht dazu einladen. Und warum freuen wir uns nicht? Weil wir nicht genug zum Leben haben? Ist das der Grund? Ich kenne Menschen, die fröhlich waren, obwohl sie nicht viel besaßen oder sogar arm waren. Weil wir einen geliebten Menschen verloren haben? Mein Großvater Marijan war fröhlich, obwohl er beide Söhne verloren hatte. Die Leute sagten immer: „Komm, gehen wir zu Marijan, um zu lachen!“
„Seid froh, auch in Schwierigkeiten!“ In Schwierigkeiten? Heutzutage sagt uns die Gesellschaft: Man kann nicht froh oder glücklich sein, wenn man sich nicht amüsiert, wenn man Schwierigkeiten und Kummer hat, wenn man Schwächen zeigt, wenn man keinen Erfolg hat, wenn man nicht so aussieht wie andere, wenn man nicht genug Geld hat… All das und noch viel mehr muss man vorweisen, um froh und glücklich sein zu können. Und die Muttergottes sagt uns etwas, das uns befreit, tröstet und uns Freude schenkt: Dass wir selbst in Schwierigkeiten freudig sein können.
Wir mögen von den Worten der Muttergottes überrascht sein, aber hören wir Paulus zu, der von sich selbst sagt, dass er trotz Schwierigkeiten immer zufrieden ist (was meiner Meinung nach auch bedeutet, ein frohes Herz zu haben): „Ich sage das nicht aus Mangel, denn ich habe gelernt, in jeder Lage zufrieden zu sein. Ich weiß, was es heißt, Mangel zu leiden, und ich weiß, was es heißt, Überfluss zu haben. Ich bin mit allem vertraut, satt zu sein und zu hungern, Überfluss zu haben und Mangel zu leiden. Ich vermag alles durch den, der mich stärkt!“ (Phil 4,11–13).
Ich musste auch an meine Mutter denken, die eine zufriedene und fröhliche Frau war. Als ich ins Priesterseminar eintrat, sagte sie zu mir: „Mein lieber Sohn, wenn du im Leben nur Brot und Wein hast, sei zufrieden.“ Sie erzählte mir das, weil sie aus eigener Erfahrung wusste, dass wir zufrieden, glücklich und freudig sein können, selbst wenn wir bescheiden leben, wenn wir nicht viel Materielles besitzen oder äußere Sicherheit haben.
Die Muttergottes fährt fort: „Und ihr werdet Kraft haben.“ In Paulus finden wir Licht, um diese Worte der Muttergottes zu verstehen. Paulus ist stets zufrieden (und freudig), weil er Kraft hat. Und Jesus schenkt ihm diese Kraft. Jesus stärkt ihn, sodass er, obwohl er vielen Hindernissen begegnet, zufrieden (und freudig) durchs Leben geht.
Wann erkannte Paulus die entscheidende Bedeutung der Kraft Christi? Nachdem er Jesus dreimal gebeten hatte, ihn von dem Stachel in seinem Fleisch zu befreien (siehe 2 Kor 12, 7–10). Jesus hatte seinen Wunsch nicht erfüllt, doch Paulus war dennoch freudig. Warum? Weil er verstand, dass Jesus ihm etwas viel Größeres gab, als nur eine seiner Bitten zu erfüllen. Und dieses „Größere“ war seine Kraft: „Meine Gnade genügt dir; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ Paulus erkannte: Das Wichtigste war nicht, dass Jesus ihn von äußeren Prüfungen und Schwierigkeiten befreite (denn solche würde es immer geben), sondern dass er ihn innerlich stärkte, seinen Geist festigte, damit er in schwierigen Situationen die richtige Haltung einnehmen konnte. Bildlich gesprochen: Für einen Sportler ist es am wichtigsten, zu trainieren, um seine Muskeln zu stärken und für den Wettkampf bereit zu sein, damit er, wenn er auf ein Hindernis stößt…
Nachdem Paulus die Macht Christi erkannt und erfahren hat, wird er von einer wunderbaren Freude erfüllt: „Darum freue ich mich über Schwächen, über Beleidigungen, über Schwierigkeiten, über Verfolgungen, über Bedrängnisse um Christi willen.“ Wie erinnert uns das an die Muttergottes: „Seid froh auch in Schwierigkeiten.“
Kehren wir zu den Worten der Muttergottes zurück, die in der Botschaft folgen: „denn ihr werdet euch bewusst sein, dass ihr vergänglich seid, und ihr werdet wissen, wie ihr alles Gott darbringen könnt.“ Wie kann ich mich freuen, wenn ich weiß, dass ich vergänglich bin? Und wie kann ich dann Kraft haben? Müsste ich dann nicht traurig sein? Und meine Kraft verlieren? Welcher Zusammenhang besteht zwischen „Freude“, „Kraft haben“, „wissen, dass wir vergänglich sind“ und „alles Gott darbringen“?
Erinnern wir uns an Paulus’ Schluss: „Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ Wenn ich weiß, dass ich schwach (vergänglich) bin, suche ich Gott. Wenn ich denke, dass ich stark bin, brauche ich Gott nicht. Wenn ich schwach (vergänglich) bin, bitte ich Christus um Kraft. Und dann übergebe ich Gott mein Leben, Gegenwart und Zukunft, alles, was ich habe.
Was bedeutet es, „alles Gott zu darbringen“? Ich bereite etwas vor. Ich bemühe mich sehr, alles gut vorzubereiten, zu organisieren, und dann sage ich: „Jesus, ich arbeite, aber du lenkst alles! Lass es so geschehen, wie du es für richtig hältst! Du wirkst durch mich! Ich bin ein Werkzeug in deiner Hand.“ Dann arbeite ich, aber unbeschwert, ohne Nervosität und Anspannung, ohne Angst, weil ich die Ergebnisse meiner Arbeit Jesus überlassen habe. Ich arbeite, aber ich habe das Vertrauen, dass alles gut wird, wie es am besten ist. Und es wird besser sein, als ich es mir vorgestellt habe. Das ist auch meine Erfahrung.
Nun werden wir die Schlussfolgerung, zu der Paulus kommt und die auf den ersten Blick seltsam und unklar erscheint, besser verstehen: „Ich will mich vielmehr am liebsten meiner Schwächen rühmen, damit die Kraft Christi in mir wohne.“ Es ist, als würde ich ausrufen: Gott sei dank für Schwierigkeiten in meinem Leben! Gott sei dank für Schwächen! Warum? Weil ich in diesen Situationen Christus und seine Kraft suche! Dann bitte ich Jesus, wie Paulus: Nicht, mir irgendwelche „Dornen“, Schwierigkeiten und Kreuze zu nehmen, sondern meinen Geist, mein Vertrauen in ihn, meine Liebe zu stärken…
Ich erkenne, dass ein starker Geist im Leben entscheidend ist. Das Wichtigste ist die Veränderung in meinem Herzen und nicht, dass ich ständig will, dass sich die Menschen um mich herum ändern, dass ich es mir immer bequem machen muss. Denn wenn sich mein Herz verändert, sieht alles anders aus. Und die Kreuze und Schwierigkeiten und die Menschen und ihre Fehler und Erfolge und Misserfolge und das Haben und Nichthaben… Welche Freude folgt darauf! Welche Freude, wenn ich erlebe, wie Christus mich von innen heraus stärkt, sodass ich eine andere Haltung gegenüber Schwierigkeiten, Problemen, Unzulänglichkeiten, gegenüber Menschen und ihren Schwächen entwickeln kann! Welche Freude, wenn ich Jesus morgens bitte, meine Liebe zu stärken, damit ich an diesem Tag, wenn ich Menschen begegne, nicht mehr wütend und nervös reagieren muss wie früher! Warum? Weil ich Kraft habe! Weil die Liebe in mir stärker geworden ist, weil mehr Freiraum in mir ist, sodass ich anders denken, sehen und reagieren kann…
- „Und deshalb vergesst nicht: Ich bin eure Mutter und ich liebe euch.“
Vergesst nicht – wir haben sie vergessen, nicht wahr? Wenn wir in der Pfarrei Medjugorje leben oder wenn wir nach Medjugorje kommen und die Pfarrkirche, den Erscheinungsberg und den Kreuzberg von Weitem sehen, was empfinden wir dann? Oder wenn wir weiter weg von Medjugorje leben und das Wort „Medjugorje“ hören, was fühlen wir dann in uns? Dass die Muttergottes erscheint? Dass sie mich zur Umkehr ruft? Dass sie die Mutter ist, die mich liebt?
Wenn wir das nicht spüren, ist die Schlussfolgerung klar: Wir haben uns daran gewöhnt, sind eingeschlafen, gefühllos, blind und taub geworden. Wir haben die Mutter vergessen, die uns (dich) so sehr liebt, dass sie zu uns kommt, um uns aus dem Dschungel zu führen, in dem wir uns verirrt haben, um uns die Quelle zu zeigen, denn wir sind trotz allem, was wir haben, durstig. Die Gnade fließt neben uns her, und wir bleiben durstig. Wir arbeiten und arbeiten, und was bekommen wir? Wir bekommen eine Nuss, bleiben aber hungrig, weil wir nicht wissen, wie wir sie öffnen sollen und weil wir nicht wissen, dass sie etwas zu essen enthält! Wie traurig! Was nützt das alles, wenn unsere Seele keine Freude empfindet!
Zum Schluss wollen wir uns an denjenigen erinnern, der trotz allem, wirklich trotz allem, seine Mutter nie vergaß. Sein Gedanke war: Wer Gottes Liebe erfährt, wird vor Freude hüpfen. Und er wird diese Freude mit anderen teilen: „Die Liebe, die dich liebt, ist bedingungslos. Sie verlangt nichts von dir, außer dass du sie an dich heranlässt. Lass dich nicht von der begrenzten und bedingten Liebe der Menschen ermüden, sondern springe (hüpfe) vor Freue und singe. Diese Liebe wartet nicht darauf, dass du dich verbesserst, um dich lieben zu können, sondern liebt dich, damit du dich verbesserst und zu der Fülle heranwachst, nach der sich dein Herz sehnt. Die meisten Menschen – außer deiner Mutter – warten darauf, dass du so bist, wie sie dich haben wollen, damit sie dich lieben können. Hier ist das anders! Sobald du dich dieser Liebe öffnest, werden auch die Menschen um dich herum glücklich, freudig, friedvoll und lebensfroh sein. Bete darum, dass du es jedem sagen und zeigen kannst: dass jeder vor Freude hüpft, weil du ihn liebst.“ (Pater Slavko Barbarić)
Lege dein Herz auf die Worte der Muttergottes aus dieser Botschaft: „Ich bin euere Mutter und ich liebe euch.“ Was empfindest du beim Lesen dieser Worte? Vielleicht wirst du den Herzschlag der Muttergottes spüren und auch du vor Freude springen…
Pater Marinko Sakota
Gedanken zur Botschaft vom 25. Juni 2026 von Pater Marinko Šakota, letzte Aktualisierung: .