Gedanken zur Dreifaltigkeit und zum Vatertag

Gedanken zur Dreifaltigkeit und zum Vatertag

13.06.2022

Wir stehen im Ausklang des Osterfestkreises. Sind Pfingsten und Christi Himmelfahrt noch heilsgeschichtliche Ereignisse in Aussendung des Heiligen Geistes und Abschied Christi, so sind das heutige Dreifaltigkeitsfest zusammen mit Fronleichnam und Herz-Jesu-Fest, sogenannte Ideenfeste. Das heißt, da steht nicht ein heilsgeschichtliches Ereignis im Mittelpunkt, sondern ein Glaubensgeheimnis, eben die drei großen Geheimnisse um Gott den Einen als Dreifaltigen, das liebende Herz Jesu offen für alle und das unfassbare Geheimnis Jesus anwesend in der Eucharistie. Christlicher Glaube ist Glaube an den dreifaltigen Gott, unverständlich für Islam und Judentum, wo es so bedeutsam ist, Gott ist Einer. Da tun wir uns schwer, dies verständlich zu machen, wenn wir taufen “im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes” und so jedes christliche Gebet beginnt. Es versagen vielfach die Worte. Dreifaltigkeit ist nicht Spekulation, sondern Antlitz Gottes. So offenbart er sich, so teilt er sich mit und nur so können wir Ihn anbetend und betrachtend erfahren, lebendig, kraftvoll und wirkmächtig.

So schreibt schon um 440 der Armenische Kirchenvater Mesrop Maschtoz: „Die Sonne ist nicht ohne Licht und Wärme, die Quelle nicht ohne Wasser und Fluss, der Verstand nicht ohne Wort und Geist, so war auch der Vater nie ohne den Sohn und den Heiligen Geist.“ Das alles ist letztlich nur in Liebe zu erahnen, in der wichtigsten Aussage über Gott, nämlich: Gott ist Liebe, so braucht es Austausch, es braucht Beziehung im innersten Wesen Gottes als Liebesdreieck Vater, Sohn und Heiligen Geist.

Wenn wir heute Vatertag feiern, so stellt sich ein hoher Anspruch an alle Väter. „Sie verleihen ihren Kindern ein Leben lang Flügel oder nehmen den Mut“, so titelt heute eine Tageszeitung. Väter sind in jedem Fall prägend, ob sie nun da sind oder nicht. Schutzbereite Väterlichkeit ist so wichtig, um rechte Geborgenheit und Liebesfähigkeit zu entwickeln. Besonders geschätzt wird nach Umfragen vom Vater Treue, Verständnis und wirtschaftliche Absicherung. Alle Liebe geht von Gott aus, Er ist die Liebe schlechthin. So ist eine Welt ohne Gott, vielfach eine Welt, wo die Liebe in Gefahr ist. Wir können nur die Liebe Gottes herabrufen und im Gebet erflehen, deshalb kommt auch die heilige Mutter Teresa von Kalkutta zum Schluss: „Eine Familie, die betet, hält zusammen, steht zusammen, bleibt zusammen.“ So sind wir immer aufgerufen, die Familien zu unterstützen und für sie zu beten, heute besonders für alle Väter und wahre Vaterschaft.

Dr. Ignaz Hochholzer

Foto © Gebetsaktion

Gerne können Sie diesen Beitrag in folgenden sozialen Netzwerken teilen: