Sehnt euch nach dem Himmel – Botschaftsbetrachtung vom 25. September 2021

Kaum eine Botschaft der Gottesmutter bisher hat so klar, einfach und deutlich Sinn, Weg und Ziel unseres Lebens aufgezeigt, wie die Botschaft vom 25. September 2021.

„Betet, legt Zeugnis ab und freut euch mit mir, denn der Allerhöchste sendet mich auch weiterhin, um euch auf dem Weg der Heiligkeit zu führen.“

Der wesentliche Inhalt unseres Lebens kann nur Gebet und Zeugnis sein. Das Gebet ist unerlässlich, damit wir mit Gott in Verbindung kommen und damit diese Bindung immer enger und fester wir.  Bis wir ganz in und mit Ihm sind. Gebet ist nicht eine Tätigkeit, sondern es soll immer mehr zu unserem Sein werden. Das heißt, dass wir ganz auf Gott ausgerichtet sind und wir in der Liebe Gottes ganz aufgehen, selbst Liebe werden. Damit erreichen wir auch das Zeugnis. Mit Zeugnis kann nur die Liebe gemeint sein. Christenzeugnis kann nur Liebeszeugnis sein! Sie erträgt alles, glaubt alles, erhofft alles, hält allem stand. So sagt es uns Paulus in seinem Hohen Lied der Liebe.

Es ist die Freude der Gottesmutter, dass der Allerhöchste sie weiterhin sendet, uns den Weg der Heiligkeit zu führen. Das soll uns zum aller größten Dank führen, dass Gott die Gottesmutter weiter sendet und sie unsere Führung fortsetzt. Bei all unseren Mängeln und Unvollkommenheiten gibt sie nicht auf, sondern führt uns weiter den Weg der Heiligkeit! Fassen wir ihre Hand und verlieren wir keine Zeit, denn sie sagt: Das Leben ist kurz.“ Diese Führung ist für uns ein besonderes Geschenk, das wir echt erkennen und nützen sollen. Die Gottesmutter will uns loslösen von den irdischen Dingen.

„Sorgt euch nicht um irdische Dinge, meine lieben Kinder, sondern sehnt euch nach dem Himmel.“

Sind es nicht die Dinge, die unsere ganze Zeit und Energie in Anspruch nehmen? Ist nicht Gebet, Stille, Betrachtung, Kirchgang… meist nur so nebenbei, gerade dann, wenn noch etwas Zeit bleibt! Wir müssen wählen zwischen irdischen Dingen und Himmelsweg, den wir nur mit Gebet und Liebeszeugnis gehen können.

Der Himmel wird euer Ziel sein und Freude wird in eurem Herzen herrschen.“

Umso mehr wir die irdischen Dinge den himmlischen unterordnen, umso mehr wird Freude schon jetzt unser Herz erfüllen.

Seid euch bewusst, meine lieben Kinder, dass das Leben kurz ist und dass die Ewigkeit auf euch wartet, um mit allen Heiligen, Gott mit eurem Wesen zu verherrlichen.

So schön beschreibt die Gottesmutter, was Himmel ausmacht. Jeder kann nur mit seinem Wesen im Himmel Gott verherrlichen, dieses Wesen formt sich jetzt, umso mehr es Liebe ist, umso näher werden wir Gott kommen. Die Nähe zu Gott macht den Himmel aus. Wir müssen jetzt wählen, ob wir die Nähe zu Gott suchen oder uns im Irdischen festkrallen. Himmelwärts braucht Loslösung, darum sagt Augustinus: niemand sucht Christus lässigen Schrittes; wer liebt, der rennt, der fliegt …!

Dr. Ignaz Hochholzer

Foto © Gebetsaktion

Betrachtung zur Botschaft vom 25. September 2021

Am Beginn ihrer Botschaft vom 25. September 2021 verbindet die Gospa Beten und Zeugnis ablegen miteinander. Es sind zwei Dinge, die scheinbar nicht zusammenhängen. Das Gebet ist unser Gespräch mit Gott. Das Zeugnis legen wir vor den Menschen ab. Aber das Gebet gibt uns auch die Kraft den Glauben in die Tat umzusetzen und das Handeln Gottes an uns wahrzunehmen. Davon legen wir dann meist Zeugnis ab. Aber ist es nicht so, dass wir im Gebet mit dem Herrn verbunden sind und mit ihm in eine Beziehung eintreten? Es ist ein großes Geschenk mit dem Allmächtigen in Kontakt zu sein, mit ihm zu leben. Diese Verbundenheit sollen wir einer Welt bezeugen, die sich Gott vielleicht als unnahbar oder gar nicht existierend vorstellt.

Hinzu kommt die Freude. Als der Erzengel Gabriel bei Maria eingetreten ist sagte er zu ihr: „Sei gegrüßt!“ Das griechische Wort, das an dieser Stelle steht, könnte man auch mit „Freue dich!“ übersetzen. Die Jungfrau freut sich, weil sie Muttergottes wird. Sie freut sich weil die Geschichte des Heils ihren Höhepunkt erreicht hat und sie Teil davon ist. Wenn Maria nun zu uns gesandt wird, um uns auf dem Weg der Heiligkeit zu führen, erinnert uns ihr Kommen daran, dass auch wir in das Werk der Erlösung hineingenommen sind, dass auch unser Leben von Freude darüber erfüllt sein sollte.

Wenn wir dem Rufen Mariens folgen, gehen wir auf diesem Weg der Heiligkeit. Der erste Schritt war unsere Taufe. Allerdings verlassen wir diesen Weg immer wieder, wenn wir das Ziel aus den Augen verlieren und uns für die Sünde entscheiden. Die Gospa möchte uns dann zurückführen. Ihre Worte „das Leben ist kurz“ und „die Ewigkeit wartet auf euch“ erinnert uns an das Ziel. Wie ein Stern der Richtung gibt, leuchtet uns die ewige Gemeinschaft mit Gott auf, die wir erwarten. Dort angekommen werden wir von Freude erfüllt werden. Wenn wir unserem Schöpfer begegnen, wird Dankbarkeit unsere Reaktion sein und niemals werden wir mehr von ihm getrennt werden. Gemeinsam mit allen, die den Weg der Heiligkeit gegangen sind, werden wir ihn verherrlichen.

„Sorgt euch nicht um die irdischen Dinge“ dieses Wort erinnert mich an die Worte Jesu im Matthäusevangelium. Dort spricht er von der rechten Sorge (vgl. Mt 6). Wer den Himmel als Ziel vor Augen hat, für den bekommen die Dinge dieser Welt neue Bedeutung. Man wird nicht mehr Reichtum, Erfolge und Besitz zu sammeln versuchen, um sich ein Denkmal zu setzen und um sich so ein Stück Unsterblichkeit in dieser Welt zu sichern. Alles was der Mensch dann tut wird seinem Weg zu Gott fördern und nicht behindern. Die irdischen Dinge haben hier in der Welt Bedeutung und sind für das irdische Leben notwendig, aber für die Ewigkeit brauchen wir sie nicht.

Auf diesem Weg sind wir nicht allein. Auch wenn wir uns einsam fühlen, dürfen wir vertrauen, dass Maria mit uns geht, uns stützt und Gesellschaft leistet.

Bruder Niklas Müller

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